Markus Zwerger - Opa, erzähl mir!

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"Als ich zehn Tage alt war, hat mich meine Mutter verschenkt!"
Arthur Dalsass erzählt seinem Enkel Markus Zwerger aus seiner Kindheit. Als Kostkind wuchs er auf Bergbauernhöfen auf und baute sich nach dem Zweiten Weltkrieg mühsam eine eigene Existenz und Familie auf. Zwerger ergänzt die Gespräche, die er mit seinem Opa in dessen letzten Lebensjahren führte, um eigene Überlegungen und Gedanken. «Opa, erzähl mir!» ist ein berührender Austausch zwischen Großvater und Enkel und ein inspirierender Gedankenanstoß für den Dialog zwischen den Generationen.

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„Eines Tages ging ich im Auftrag der Bäuerin ‚Streb [Einstreu] zomrechnen‘, also im Wald einen Strohersatz aus Blättern und allerlei herabgefallenen Baumresten sammeln, der dann auf einem ‚Grieg‘ genannten Wagen von Ochsen in den Stadel gezogen wurde. Durch die jahrelange Übung fiel mir die Arbeit nicht sehr schwer, weshalb ich den nahenden Besuch auch gleich erblickte: Das schönste Mädchen von Deutschnofen, Rosa Riegler, genannt Nocker Resel, kam vorbei, sie war gerade auf dem Weg ins Dorf. Ich kannte sie aus der Schule, aber wir besuchten nicht dieselbe Klasse, sie war nämlich drei Jahre älter als ich. Deshalb hatte ich vorher nie etwas mit ihr zu tun gehabt, außer ein einziges Mal, als wir einen Handel trieben. Ach Gott, hat sie mich da betrogen! Haha. Das muss ich dir zuerst erzählen:

Damals besaß ich einen Hasen, ein Prachtexemplar, den Rosa haben wollte, um Nachkommen zu züchten. Sie sprach mich auf ein Tauschgeschäft an: Ich sollte ihr den Hasen überlassen, sie würde mir dann mehrere kleine dafür geben. Nachdem ich ihn ihr gegeben hatte und nach einigen Tagen meinen Teil einforderte, war ich sehr überrascht, dass sie mir nur zwei sehr kleine Hasen gab. Ich wollte mich wehren, doch war sie in Begleitung mehrerer junger Knechte, die allesamt zu ihr hielten. So war ich gezwungen, ohne ein Wort des Widerspruchs das mich benachteiligende Geschäft anzunehmen, mein Hase war sowieso schon längst bei ihr.“

Wenn er heute von dieser Begebenheit erzählt, lächelt er und trägt ihr nichts nach:

„Sie hat mich zwar betrogen, aber sie war ein wunderbares Mädchen.

Kommen wir zurück zur Begegnung mit Rosa im Wald. Ich wusste es zwar noch nicht, aber das Nachfolgende sollte unser beider Leben für immer prägen. Sie war eine Tochter der Obernocker Bäuerin, die Jüngste von neunzehn Kindern, und dementsprechend gewieft. Ohne zu zögern, sprach sie mich an: ‚Arthur, sag, gefällt es dir beim Köchel?‘ Ich verneinte dies entschieden, und so wagte sie den Vorstoß: ‚Hättest du nicht vielleicht Lust, zu uns auf den Obernock zu kommen und dort als Knecht zu arbeiten?‘ Ich zögerte keine Sekunde und stimmte zu. Wie hätte ich ein solches Angebot, unterbreitet vom wunderschönen Resel, ausschlagen können? Sie nahm die Antwort zur Kenntnis, verabschiedete sich und ging ihres Weges. So wurde ich, hoffnungsvoll und gespannt, zurückgelassen, doch bevor es so weit war, musste mich noch Rosas dreizehn Jahre älterer Bruder, der Bauer Karl, darauf ansprechen. Rosa diente nur als Vermittlerin, die Entscheidung lag bei ihm.

Glücklicherweise bekam ich rasch die Antwort. Schon nach einigen Tagen, an einem Sonntag nach der Messfeier, bot Karl mir an, als Knecht auf seinem Hof zu arbeiten. So kam es, dass ich mich im Alter von siebzehn Jahren wieder vom Köchel verabschiedete. Mit nur wenigen Kleidern im Gepäck war der Umzug nicht schwer.“

Der Umzug zum Obernock stellte eine weitreichende Veränderung dar: Mit rund achtzig Hektar Fläche war er einer der größten Höfe Deutschnofens, dementsprechend gut erging es meinem Opa dort. Der damalige Wohlstand kann aber keineswegs mit dem heutigen verglichen werden, denn obgleich der Besitz ansehnlich war und niemand Not litt, wurde gespart wie in Krisenzeiten:

„Gut erging es ihnen schon, im Überfluss lebten sie nicht. Klar, wenn jemand etwas brauchte oder haben wollte, konnten sie es sich erlauben, das kam jedoch nicht sonderlich oft vor. Hunger leiden musste niemand, was mich sehr beruhigte, zudem gab es stets genug Arbeit, die mich erfüllte, und alle Bewohner waren sehr nett zu mir. Dieser Umzug war das wohl größte Glück in meinem jungen Leben. Selbstverständlich war nicht alles schön, aber damit fand ich mich bereitwillig ab. So teilte ich mir das Schlafzimmer mit Luis, einem Verwandten Rosas, der schon sein ganzes Leben auf dem Hof lebte und einzig das Arbeiten im Kopf hatte. Nie hatte ich mit ihm irgendwelche Auseinandersetzungen, ein gutes Verständnis war mir immer wichtig und trug auch zu einem besseren Arbeitsverhältnis bei. Das stellte also kein Problem dar. Das Zimmer an sich schon. Es lag an einem Ende des Hauses, weshalb es im Winter darin sehr kalt werden konnte. Als hätte das nicht genügt, war außerdem ein Fenster kaputt, was der Kälte zusätzlich Eintritt bot. Im Winter wurde es bitterkalt, meist so kalt, dass sich an den Mauern hoher Reif bildete, in den wir dann zeichneten. Die Matratze, auf der ich schlief, war, genauso wie die aller Knechte und Bauerskinder, nicht mehr als ein Strohsack. Daran war ich gewöhnt, da dies bei meinen vorhergehenden Wohnorten ebenfalls so gewesen war. Das hätte mich keineswegs gestört, wären nicht unzählige Läuse und Flöhe darin heimisch gewesen. Die Nächte wurden dadurch häufig sehr unruhig. Aber man akzeptierte das gleichgültig, schließlich war es bei jedem so, außer beim Bauernpaar. Sie verfügten über eine Matratze, hatten im Zimmer sogar einen Ofen stehen und zogen sich um, um zu Bett zu gehen. Ja, ein Nachthemd besaßen sie! Wir Knechte wussten nicht einmal, was das sein sollte. Ein Nachthemd.“

Bei solchen Gesprächen überfällt mich immer wieder dieselbe Erkenntnis: Der Reichtum, in dem wir heute leben, ist unverhältnismäßig und bizarr. Wir täten wohl gut daran, uns ein Beispiel an der Lebensweise jener Menschen zu nehmen, die maßgeblich dazu beitrugen, dass dieser Wohlstand unsere heutige Wirklichkeit darstellt. Es ist für mich immer wieder unverständlich, warum Opa von dieser Zeit, die geprägt war von Arbeit, Armut und noch schwererer Arbeit, fast ausschließlich positiv berichtet. Wenn man ihm zuhört, muss man immer wieder darauf achten, nicht in den schwärmerischen Wunsch zu verfallen, diese Zeit erleben zu dürfen. Denn rosig war sie sicherlich nicht. Warum erzählt er dann aber so erfreut davon?

Arbeit gibt dem Menschen Orientierung und Halt, er kann etwas tun, um seine Gegenwart und unmittelbare Zukunft zu verbessern. Bezogen auf die Feldarbeit bedeutet dies, er kann sich ihr völlig hingeben und weiß, er wird – höhere Gewalt ausgenommen – einen gerechten Lohn erhalten. Und Armut kann einen jungen Menschen dazu anspornen, noch härter zu arbeiten und alles für eine glücklichere Zukunft zu unternehmen. Doch allein hierin liegt die Erklärung wohl nicht: Dazu kommt noch der prägendste Charakterzug meines Großvaters, nämlich sein unbedingter Optimismus, der um jeden Preis das Gute sehen und sich nicht mit bedrückenden Ereignissen aufhalten wollte. Momente der Niedergeschlagenheit waren seiner Ansicht nach vergeudete Zeit. Der unbedingte Optimismus war die einzig denkbare Perspektive für ihn. Ob das immer klug war? Ich wage es zu bezweifeln, dass er seines Optimismus wegen nie bitter enttäuscht wurde. Seine Einstellung mutet aber derart an: „Wenn es diesmal auch nicht gelingt, ein nächstes Mal wird kommen. Und dann ein übernächstes. Ich versuche es jedes Mal, es wird mir sicher gelingen, wenn die Zeit reif ist.“ Er ließ den Dingen und sich Zeit, was dazu führte, dass alles in allem die Rechnung für ihn mehr als zufriedenstellend aufging. Er glaubte stets daran, dass er die Zukunft zu einer besseren machen könnte. „Ansonsten war beim Obernock vieles gleich wie auf anderen Höfen zur damaligen Zeit: Es gab weder Strom noch fließend Wasser, dementsprechend weder Badezimmer noch Kühlschrank. Dies führte dazu, dass Würmer in beinahe sämtliche Speisen Einzug hielten. Im Mehl waren immer welche zu finden; der Speck war, wenn er nicht gerade von Würmern befallen war, ranzig und beinahe ungenießbar. Aber wir einfachen Leute durften uns nicht beklagen, als Knecht musste ich mich mit dem ranzigen Speck zufriedengeben. Der stellte nämlich das einzige Fleisch dar, das ich erhielt. Man gewöhnt sich aber an alles. So machte es mir auch nichts aus, mich täglich ohne Seife im gleichen Wasser wie alle anderen Knechte zu waschen. Wir mussten, um hundert Liter Wasser zu holen, täglich über eine Stunde zu Fuß gehen, da kann man sich denken, wie sparsam wir damit umgegangen sind! Und wir haben trotzdem überlebt.“

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