Vielen Designern macht es Spaß, bei der Entwicklung einer Anleitung aus den unzähligen technischen Varianten auszuwählen, die am Ende alle mehr oder weniger zum selben Ergebnis führen. Die Herausforderung, eine ungewöhnliche Technik zu meistern, treibt uns an. Ein Buch über praktische und interessante Techniken passte zu unseren Erfahrungen als Lektoren und Schullehrer. Ein rein technisches Anleitungsbuch wäre aber ziemlich sicher sehr trocken, daher war uns klar, dass wir Designs zu den einzelnen Techniken zeigen wollten. Auch wenn wir beide schon Anleitungen veröffentlicht hatten, wollten wir Experten für jeden Bereich, die uns ihre Version einer bestimmten Methode näherbringen. Dann mussten wir ein Thema finden und entscheiden, wie viele Techniken und Anleitungen es enthalten sollte. Ich schlug zunächst vor, die Anleitungen nach Jahreszeiten zu ordnen, aber als wir uns auf 12 Anleitungen geeinigt hatten, war es kein großer Sprung mehr zu einer monatlichen Anordnung.
Stricken und Lernen macht in Gesellschaft mehr Spaß und ist auch effektiver. Wir wollten nicht bloß mit all den talentierten Designern arbeiten, sondern auch gemeinschaftlich. Das ist bei einem gedruckten Buch, dessen Leser über die ganze Welt verstreut sind, natürlich etwas schwierig. Die Lösung war, Inhalt und Diskussionen online zu stellen, so dass jeder mitmachen konnte.
Wir hatten das Glück, beim Videodreh mit dem tollen Jesse Wild zusammenzuarbeiten, so dass Jen Schritt für Schritt erklären konnte, wie man etwas macht und wieso überhaupt und das ganz bequem zu Hause. Außerdem waren die Knitalongs in der Arnall-Culliford-Knitwear-Gruppe auf Ravelry und in The Lounge bei Mason-Dixon Knitting ideal, um sich über Tipps, Probleme und vor allem den Spaß an neuen Stricktechniken auszutauschen.
Wir haben die Erklärungen so allgemein wie möglich gehalten, so dass man die Technik bei jedem Projekt anwenden kann, dazu gibt es Videotutorials auf Mason-Dixon Knitting. Oder man strickt einfach dieses oder jenes Projekt und nutzt die Fotoanleitungen nur, wenn man sie gerade braucht. Man kann natürlich auch das ganze Jahr durchstricken, und wenn man das tut, wird man bemerken, dass die Technik bei manchen Monaten ganz für sich steht, während andere auf Techniken zurückgreifen, die in vorangegangenen Monaten auf dem Plan standen.
Wie heißt es so schön? Es ist egal, ob man seit fünf Minuten, fünf Jahren oder fünf Jahrzehnten strickt, man kann immer noch etwas Neues lernen. Hier ist es also: Ein Buch mit 12 Lektionen, die über die Grundlagen des Strickens hinausgehen, mit unwiderstehlichen Projekten und einer lebendigen Onlinefamilie, so dass man sich gemeinsam durch ein Jahr voller Techniken arbeiten kann.
Vorwort
Einleitung
Frühling
MÄRZ
Helixstreifen
Hyacinthus Armstulpen Jen Arnall-Culliford
APRIL
Intarsien
Brambling Tuch Bristol Ivy
MAI
Anschlag im Fadenring
Alex die Maus Ella Austin
Sommer
JUNI
Angestrickter Rand
Talmadge Mütze Rosemary (Romi) Hill
JULI
Ferse
Antirrhinum Socken Rachel Coopey
AUGUST
Zwei provisorische Anschläge
Little Tern Decke Tin Can Knits
Herbst
SEPTEMBER
Maschenstich krausrechts
Wood Warbler Loop Martina Behm
OKTOBER
Verkürzte Reihen krausrechts
Ruschia Mütze Woolly Wormhead
NOVEMBER
Zopf-Symbol in Strickschriften
Yellow Wagtail Tuch Sarah Hatton
Winter
DEZEMBER
Nachträgliche Ferse und Daumen
Hedera Helix Socken Jim Arnall-Culliford
JANUAR
Farbdominanz bei Fair Isle Mustern
Shaila Handschuhe Ella Gordon
FEBRUAR
Steeks
Oorik Pullunder Mary Jane Mucklestone
Informationen
ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN
DANKSAGUNGEN
ABKÜRZUNGEN
März
TECHNIK Helixstreifen
PROJEKT Hyacinthus Armstulpen
DESIGN Jen Arnall-Culliford
April
TECHNIK Intarsien
PROJEKT Brambling Tuch
DESIGN Bristol Ivy
Mai
TECHNIK Anschlag im Fadenring
PROJEKT Alex die Maus
DESIGN Ella Austin
März
Zum Aufwärmen starten wir mit einem meiner Lieblingsstricktricks. Diese Technik ist so simpel und dabei so clever, dass ich sofort anschlagen musste, als ich sie kennenlernte und daraus wurde meine erste veröffentlichte Anleitung.
Viele Strickprojekte werden rund gestrickt, weil das fertige Produkt im Prinzip ein Schlauch ist (Mützen, Handschuhe und Ärmel sind gute Beispiele), den man sonst zusammennähen müsste. Wenn man Streifen rund strickt, kommt es immer zu einem sichtbaren Übergang, einem kleinen Zacken am Farbwechsel. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesen Zacken abzumildern, aber nur Helixstreifen verhindern ihn ganz. Leider funktioniert diese Methode nur bei relativ schmalen Streifen (bis zu 4 Runden, bei mehr wird es kompliziert), aber bei Ringeln von nur einer Runde ist sie wirklich magisch.
TRADITIONELLE STREIFEN
Bei traditionellen Streifen über eine Runde wird der nicht genutzte Faden am Ende jeder Runde fallen gelassen und wiederaufgenommen, sobald er wieder genutzt wird. Dadurch entsteht in den Streifen ein Zacken am Rundenbeginn (1), und auf der linken Seite eine erhabene Linie, wo die Farben sich kreuzen (2). Bei Helixstreifen liegen die Runden als Spiralen übereinander, so dass kein Zacken entsteht und keine Fäden verkreuzt werden.
HELIXSTREIFEN
Die grundlegende Methode für Helixstreifen ist, zwei (oder mehr) durchgehende Spiralen übereinander zu stricken. Ich stelle mir gern vorn, dass die Fäden einander hinterherjagen, sich aber nie erwischen! Bei Helixstreifen strickt man immer weniger als eine ganze Runde, so dass sich das Ende der „Runde“ ändert. Der Markierer für den Rundenbeginn bleibt, damit man später Designelemente (wie Daumen oder Fersen) platzieren kann. Man kann auch vollständige Runden in jeder Farbe stricken, aber das macht es viel schwerer, am Rundenende eine gleichmäßige Spannung zu erhalten. Deswegen lohnt es sich, in jeder Runde ein paar Maschen abzuheben.
HELIXSTREIFEN KRAUSRECHTS
Wie bei rundgestrickten Streifen entsteht auch bei rundgestricktem Krausrechts eine Art Zacken, wo eine rechte Masche aus der vorigen Runde neben einer linken Maschen der neuen Runde sitzt (und umgekehrt). Für ein krausrechtes Gestrick ohne Übergang strickt man Helixstreifen mit zwei Fäden von zwei Knäueln in derselben Farbe, mit dem einen arbeitet man rechte Maschen, mit dem anderen linke.
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