Der Windmaster 2ist ein handliches, präzises Messgerät mit geschütztem Schalenstern und LCD-Anzeige für aktuelle, durchschnittliche oder maximale Wind-Geschwindigkeit. Die Messeinheiten sind in m/s (Meter pro Sekunde), km/h (Kilometer pro Stunde) und mph (Meilen pro Stunde) wählbar, die Daten werden maximal 8 Tage gespeichert. Das Gerät hat zur Befestigung ein Stativgewinde und ist wetterfest. Dazu gibt es eine handliche Schutztasche. Die austauschbare Knopfbatterie hält zwei Jahre.
Langzeitwindmessersind speziell für Voruntersuchungen oder Kontrollen im Freiland ausgelegt. Die Messeinrichtung besteht aus einem Anemometer, das auf einem Mast befestigt werden kann, und einem Anzeigegerät, die beide über ein langes Messkabel miteinander verbunden sind. Die Messung reicht meist von 0,4 – 40 m/s. Messwerte sind: momentane Windgeschwindigkeit, Durchschnitt, maximale Geschwindigkeit, Betriebsstunden, verschiedene Monatsmittelwerte, Verteilung der Windklassen.
Diese zwar teuren, aber sehr präzise messenden Geräte eignen sich besonders für Standortmessungen im Gelände, für Messungen an Schulen oder Hochschulen.
Wie kann man die Windleistung berechnen und welche Windstärken gibt es?
Die Windgeschwindigkeit ist entscheidend für die Menge der Energie, die aus dem Wind gewonnen werden kann. Dabei steigt der Energiegehalt des Windeskubisch (hoch 3) mit der Windgeschwindigkeit an. So bedeutet z.B. die Verdoppelungder Windgeschwindigkeit eine theoretische Energieausbeute, die achtmalso groß ist.
Wenn wir gerade beim Rechnen sind, dann interessiert Sie vielleicht auch noch, wie viel Leistung man nun aus einer kreisförmigen Flügelflächeherausbekommen könnte. Dabei müssen allerdings von der theoretischen Windleistung noch die tatsächlichen Verluste abgerechnet werden.
Durch genaue Messungen und Berechnungen hat der deutsche Physiker Albert Betz1919 festgestellt, dass von der theoretischen Windleistungnur höchstens 59%oder 16/27 durch die Flügel einer Windkraftanlage genutzt werden können. Dieser Wert gilt für die Idealflügel, die sich aber praktisch nicht anfertigen lassen. Je nach Flügelzahl, Flügelform, Aufbau des Windrades und den Verlusten bei der Energieumwandlung (Generator, Getriebe) ist die tatsächliche Energieausbeute viel niedriger.
Nach Albert Betz würde dann 1 Quadratmeter Flügelfläche bei 10 m/s Windgeschwindigkeit theoretisch 360 Watt erzeugen können.Dazu kommen aber noch Verlustebei der Umwandlung des erzeugten Stroms in netzkonformen Strom oder Akkuladestrom durch die Wechselrichter oder Laderegler, so dass die effektive Stromausbeute aus dem Wind in der Praxis nur 30 bis 40 %erreicht. Das gilt nur für die modernen Dreiflügler, bei den Westernwindrädern oder den Vertikalwindrädern (senkrechte Achse) ist dieser Wert deutlich schlechter.
Eine genauere Berechnung der Windleistung finden Sie in unserem zweiten Windrad-Fachbuch „Wind ins Netz“, auch als E-Book.
In dem Diagramm haben wir die Windenergieausnutzung der verschiedenen Windradrotoren dargestellt. Die einzelnen Balken zeigen an, wie viel Prozent der vom Wind angebotenen Energie durch die jeweiligen Flügel genutzt werden kann. Bitte beachten Sie: Hier geht es nur um die reine Flügelleistung, die Verluste durch Generator, Getriebe, Reibung oder Stromumwandlung sind nicht berücksichtigt.
Wir müssen also zufrieden sein, wenn wir mit einem modernen Dreiflügler-Kleinwindrad zur Stromerzeugung bei Starkwind aus der Flügelkreisfläche von einem Quadratmeter ca. 160 Wattherausholen können.
Und dieser Wert gilt für den Standort in Meereshöhe, in der „dünneren“ Luft auf Bergen im Binnenland ist die Leistungsausbeute noch einmal bis zu 15 % geringer. Auch deshalb werden Sie in den Alpen kaum Windräder finden.
Das alles klingt im ersten Moment sehr enttäuschend, dabei sollten wir aber nicht vergessen, dass ein moderner Automotorauch keinen besseren Wirkungsgrad hat: Aus dem zugeführten Kraftstoff und Luft können höchstens 38% Bewegungsenergiegewonnen werden, der größte Teil geht als Wärme verloren, die der großflächige Kühler vernichten muss. Nur 38 % effektive Energieausbeute aus dem teuren und endlichen Energieträger Öl ist eigentlich eine ungeheure Verschwendung und Umweltbelastung. Da können wir mit unseren Windrädern doch stolz sein, denn wir vernichten nichts und der Wind ist außerdem kostenlos.
Lassen Sie sich bitte nicht von den sagenhaften Wirkungsgradenvon angeblichen neuen Superwindräderntäuschen, die im Internet oder auf Messen angeboten werden. Da werden oft die Leistungsangaben total übertrieben oder die Leistung bei Windgeschwindigkeiten angegeben, die es bei uns gar nicht gibt. Damit sollen Windradinteressenten zum Kauf verleitet werden, die die physikalischen Zusammenhänge nicht kennen. Nach dem Kauf ist die Enttäuschung dann groß.
Bitte denken Sie bei einem verlockenden Angebot daran und rechnen Sie lieber zur Sicherheit nach obiger Formel nach: Mit noch so raffinierter Technik kann aus dem Quadratmeter Flügelfläche niemals mehr herausgeholt werden, als der Wind an Energie enthält!
Zur besseren Unterscheidung werden die Windstärken in Klassen eingeteilt, die Maßeinheiten sind Meter pro Sekunde, Kilometer pro Stunde, Meilen pro Stunde oder Beaufort.
Der englische Admiral Beaufort hat 1806 die nach ihm benannten Windklassen mit Beschreibungen der Auswirkung auf See eingeführt. Später sind dann die entsprechenden Beschreibungen für das Land und andere Maßeinheiten dazugekommen.
Wenn die Tabelle mit den Windstärken nicht richtig dargestellt wird, dann liegt das an einer zu hohen Schriftgrößeneinstellung auf Ihrem Reader. Bitte vorübergehend eine kleinere Schriftgröße wählen.
Bft |
m/s |
km/h |
Knoten |
Bezeichnung der Windstärke |
Auswirkung |
0 |
0-0.2 |
0-0.8 |
0-0.5 |
Stille |
Rauch steigt gerade empor |
1 |
0.3-1.5 |
0.9-5.5 |
0.6-3.0 |
leiser Zug |
Rauch zeigt Wind an, kleine Kräuselwellen |
2 |
1.6-3.3 |
5.6-12.1 |
3.1-6.5 |
leichte Brise |
Wind im Gesicht fühlbar, kleine kurze Wellen |
3 |
3.4-5.4 |
12.2-19.6 |
6.6-10.5 |
schwache Brise |
Blätter und dünne Zweige bewegen sich, Kämme beginnen sich zu brechen |
4 |
5.5-7.9 |
19.7-28.5 |
10.6-15.5 |
mäßige Brise |
dünne Äste bewegen sich, Wellen mit weißen Schaumköpfen |
5 |
8.0-10.7 |
28.6-38.8 |
15.6-20.9 |
frische Brise |
kleine Laubbäume beginnen zu schwanken, überall Schaumkämme |
6 |
10.8-13.8 |
38.9-49.8 |
21.0-26.9 |
starker Wind |
starke Äste bewegen sich, große Wellen, Gischt |
7 |
13.9-17.1 |
49.9-61.7 |
27.0-33.3 |
steifer Wind |
ganze Bäume in Bewegung, Hemmung beim Gehen, hohe rollende See, Gischt |
8 |
17.2-20.7 |
61.8-74.6 |
33.4-40.3 |
stürmischer Wind |
Wind bricht Zweige von Bäumen, See türmt sich, starke Brecher |
9 |
20.8-24.4 |
74.7-88.0 |
40.4-47.5 |
Sturm |
kleinere Schäden an Häusern (Dachziegel) |
10 |
24.5-28.4 |
88.1-102.4 |
47.6-55.3 |
schwerer Sturm |
Bäume werden entwurzelt |
11 |
28.5-32.6 |
102.5-117 |
55.4-63.4 |
orkanartiger Sturm |
Sturmschäden |
12-17 |
32.7-56 |
118+ |
63.5+ |
Orkan |
schwerste Verwüstungen |
Warum dreht sich ein Windrad?
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