Rahel zieht einen verführerischen Schmollmund. „Warum hat uns Nara nicht dorthin geschickt?“
„Ich weiß nicht, irgendwas muss hier sein, vielleicht der berühmte Topf voll Gold!“
„Am Ende des Regenbogens?“
„Hey, da sind gerade zwei!“ rufe ich aus, und zeige Richtung Norden. Die beiden beugen sich über mich, um aus dem Fenster zu sehen. Sie duftet ja tatsächlich nach Vanille! Lecker!
Rahel: „Meinst du, es gibt ihn, den Goldtopf?“
Ich nicke grinsend. Was könnte ich anderes tun?
Es ist der Moment, in dem wir uns zum ersten Mal in die Augen sehen. Es ist irgendwie vertraut, und doch neu und elektrisierend. Ihre Augen sind helles Bernstein. Die Wimpern sehr weiblich gebogen und lang. Da ist etwas trauriges in ihrem Blick, kein Wunder bei dem Ehemann, denke ich, aber ich spüre, da ist noch etwas anderes.
Sie lächelt mit geschlossenem Mund, dann öffnet sie ihn atemberaubend schön und sagt:
„Hi, ich bin Rahel, freut mich, dich kennenzulernen!“
Sie reicht mir ihre zarte Hand. Ob Nara sie auch manipuliert hat? Egal, ich nehme ihre Hand so sanft es geht und sage: „Walter, Walter Gulliver.“
„Wie aus der Geschichte mit Lilliput?“
„Genau!“
„Witzig!“ findet Rahel und stellt mir Sebastian vor. „Das ist mein Bruder Sebastian.“
„Freut mich!“ Und es freut mich wirklich, wie hab ich doch mit ihm mit gezittert!
„Seid ihr auf Reisen?“ will ich wissen. Und weiß es in Wahrheit doch so viel besser.
„Nein, wir sind hier, um ein neues Kapitel zu schreiben“, gibt sich Sebastian bedeutungsschwer.
Rahel setzt hinzu: „Eine lange, sehr unglaubwürdige Geschichte!“
„Irland ist bekannt für besondere Geschichten!“
„Hab ich gehört, weißt du, wie man hier an eine Wohnung kommt?“
„Zeitung. Internet, so wie überall sonst auch, schätze ich.“
„Ja, gut, aber wenn du was hörst,dann…“
„Sag ich Bescheid, aber dafür muss ich deine Nummer haben!“ O je, wie aufdringlich! Denkt sie jetzt schlecht von mir?
„Kein Problem!“ antwortet Rahel, während Sebastian die Augen verdreht. Sie schreibt mir die Nummer vom Bed and Breakfast auf einen Zettel. Ich weiß ja, warum sie kein Handy hat.
„Hier!“
Das ist schön, denke ich und freue mich wahnsinnig, dass das so einfach war.
Sie konzentrieren sich wieder auf ihr Essen. Und ich? Trinke meinen kalten Kaffee und träume von
Rahel und mir im Kornfeld.
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