Zudem kann seelische Belastung einen großen Anstieg des Blutdrucks verursachen, da das Herz schneller schlägt, um sich auf die "Kampf- oder Fluchtsituation" einzustellen. Das ist die Art des Körpers, sich auf eine Konfrontation gefasst zu machen oder vor dieser davonzulaufen. Das Herz schlägt schneller, um mehr Blut in die großen Muskelpartien der Beine pumpen zu können, die man braucht, um zu laufen oder zu kämpfen. Auch wenn diese Reaktion etwas weit hergeholt ist oder an Urzeiten erinnert, ist sie doch sehr typisch, wenn eine Person unter emotionalem Stress oder Ärger leidet.
Auch diese Körperfunktion kann Kopfschmerzen verursachen, da die Schmerzrezeptoren im Kopf und im Nacken entweder nicht genug Blut und Sauerstoff zur Verfügung haben, um diese zu gesund zu halten oder auf den erhöhten Blutdruck reagieren, der im Bereich der Schläfen pulsiert. Es wird angenommen, dass an die 90% aller Erwachsenen hin und wieder unter Spannungskopfschmerzen leiden, Frauen häufiger, als Männer.
Spannungskopfschmerzen werden für gewöhnlich auch begleitet von:
Kopfschmerzen beim Aufwachen
Allgemeinen Muskelschmerzen
Schwierigkeiten ein- und durchzuschlafen
Chronischer Müdigkeit
Reizbarkeit
Konzentrationslosigkeit
Hohe Empfindlichkeit bei Licht und Geräuschen
Gelegentlicher Schwindel
1.2.2 Migränekopfschmerzen
Migränen sind nicht ganz so verbreitet, wie Spannungskopfschmerzen, aber bekommen für gewöhnlich mehr Aufmerksamkeit, da die Symptome sehr viel schwerwiegender sind. Dennoch sind die Symptome unterschiedlich von Person zu Person. Die meisten Leute stellen Migräne mit Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen gleich; diese kommt aber nur bei 10-15% aller Migränepatienten vor. Typische Symptome sind:
mäßig bis stark pochender Kopfschmerz
in den meisten Fällen einseitiger Schmerz, seltener sind beide Kopfhälften betroffen
Schmerz nah am Auge der betroffenen Seite
Schmerz, der mit körperlicher Aktivität zunimmt
Empfindlichkeit gegenüber Licht und/oder Geräusche
Übelkeit oder Brechreiz
lähmender Schmerz, der alltägliche Aktivitäten unmöglich macht
unbehandelte Attacken dauern meist zwischen 4 und 72 Stunden, können aber auch Wochen anhalten
Wie bei anderen Typen von Kopfschmerzen, ist auch bei Migräne das Nervensystem, das das "Kampf- oder Fluchtverhalten" kontrolliert, beeinträchtigt; jedoch in einer höheren Intensität. Wenn diese Reaktion in einem hohen Grad ausgelöst wird, wird das Blut, das für Kampf oder Flucht auf den Weg in zu den Beinen ist, in das Darm- und Verdauungssystem umgeleitet, was Übelkeit und manchmal auch Erbrechen zur Folge hat. Das bedeutet, dass Medikamente in Tropfen- oder Tablettenform nur schwer absorbiert werden können, damit diese in die Blutlaufbahn gelangen.
Dieses umgeleitete Blut ist auch ein Grund für die blasse Haut und die klammen Hände und Füße, die während einer Migräne auftreten. Gelegentlich bemerken Migränepatienten andere Symptome, die ihren Attacken vorausgehen, etwa Schläfrigkeit, Depressionen, Reizbarkeit, Euphorie, Gähnen und Verlangen nach süßem oder salzigem Essen. Manche Menschen sind mit diesen Symptomen vertraut genug, um ihre Migräne vorauszusehen.
1.2.3 Cluster-Kopfschmerzen.
Auch Cluster-Kopfschmerzen zeichnen sich durch starke Schmerzen aus. Im Gegensatz zu Migränen, die kommen und gehen, treten sie in Gruppen oder Anhäufungen von 15 bis 180 Minuten auf und werden von stechenden Schmerzen um die Augen und Schläfen begleitet. Dieser Schmerz kann sich auch im Gesicht bis zum Obernacken ausbreiten.
Die Symptome von Cluster-Kopfschmerzen umfassen:
Tiefer, stechender Schmerz in Augen- und Schläfengegend
Beengte Atmung oder laufende Nase
Tränendes und rotes Auge
Herabhängendes Augenlied
Das ausschlaggebende Symptom der Cluster-Kopfschmerzen sind aber die kurzen und sporadisch auftretenden Ausbrüche. Die Ursachen für diese Kopfschmerzen sind noch immer unbekannt und die Behandlungsmethoden variieren von Arzt zu Arzt.
1.2.4 Begleitende Kopfschmerzen.
Begleitende Kopfschmerzen werden durch Abweichungen des Knochenbaus, etwa im Bereich des Schädels oder des Nackens, verursacht. Schwerere Fälle können auch bei Gehirnblutungen, Tumoren, Meningitis oder Gehirnentzündungen auftreten. Diese Art von Kopfschmerz ist sehr selten. Manche Menschen, die darunter leiden, verstärken ihr Problem sogar noch, indem sie sich das "Worst-Case-Szenario" ausmalen.
Aber zur Beruhigung: Hätte man Gehirnblutungen oder einen Gehirntumor, dann wären Kopfschmerzen sehr wahrscheinlich nicht das einzige Symptom! Eine Meningitis ist eine Entzündung der schützenden Hirnmembran (deswegen auch Hirnhautentzündung genannt), die für gewöhnlich durch einen Virus oder eine Infektion ausgelöst wird. Die am häufigsten auftretenden Symptome sind Kopfschmerzen und ein steifer Nacken begleitet von Fieber, Verwirrung oder verändertem Bewusstsein und die geringe Toleranzschwelle gegenüber hellem Licht und lauten Geräuschen. Auch steife Glieder und Schwerfälligkeit sind typisch.
1.2.5 Häufige Ursachen von Kopfschmerzen.
Wenn Sie im oder am Kopf verwundet sind oder irgendeine Krankheitsform haben, die den Bereich des Kopfes mit beeinträchtigt, dann ist es wahrscheinlich, dass auch Kopfschmerzen auftreten. Zum Beispiel w
enn die Nebenhöhlen verstopft sind, dann verursacht der Druck, der nicht abgeleitet werden kann, Stirnhöhlen-Kopfschmerzen.
Menschen, die häufig und stark schnauben verursachen ein hämmerndes Gefühl im gesamten Kopfbereich und wachen oft mit Kopfschmerzen auf. Diese kommen durch die Vibrationen des Schnaubens.
Atemlähmung während des Schlafens. Wenn eine Person kurzzeitig das Atmen aussetzt, werden dem Körper und Gehirn Sauerstoff entzogen, was den Schmerz verursacht. Kopfschmerzen nach dem Aufwachen können, ohne vorhandene Erkältung, ein Hinweis auf Atemlähmung sein.
Laute Geräusche reizen die Augen und helles Licht kann in den Augen weh tun. All diese Eindrücke werden vom Gehirn registriert. Wenn es Überstunden schieben muss, dann kann das zu Schmerzen führen.
Verwundungen im Nackenbereich können ausstrahlende Schmerzen verursachen. In vielen Fällen können Menschen sich an Nacken und Hals verletzen, ohne es überhaupt zu bemerken: beim ruckartigen Stoppen und Anfahren im Auto kann der Kopf hin und hergeschleudert werden und kleine Risse erleiden, die später zu Kopfschmerzen führen. Auch das Halten des Kopfes in einer unnatürlichen Position kann Kopfschmerzen verursachen, da die Muskeln überdehnt werden. Oft ist man sich dessen erst dann bewusst, wenn der Nacken schon schmerzt.
Dehydrierung verlangsamt den Kreislauf des Blutes – auch im Bereich des Gehirns. Wenn eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen nicht gewährleistet werden kann, kommt es in diesen Bereichen zu Schmerzen. Auch schlechtes Sehen kann zu Kopfschmerzen führen, da die Augen überanstrengt werden, um Dinge zu fokussieren. Das hat zur Folge, dass das Gesicht und der ganze Kopfbereich angespannt sind.
1.3 KOPFSCHMERZEN BEHANDELN
Bei über 300 klassifizierten Arten von Kopfschmerzen, können Ihre Kopfschmerzen eine ganze Reihe von Ursachen haben; sogar verschiedene in Kombination. Es wurde beispielsweise nachgewiesen, dass die Mehrheit der deutschen Erwachsenen dehydriert ist, ohne es zu bemerken, da sie viele koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Limonade trinken. Koffein ist aber dafür bekannt, dem Körper Wasser zu entziehen. Wer viel Kaffee und Limonade trinkt, trinkt im Umkehrschluss zu wenig Wasser, was besonders nach dem Sport oder bei wärmerem Klima notwendig ist, um Wasservorräte, die beim Schwitzen verloren gehen, wieder aufzufüllen.
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