Anderes Getier? Habe ich mich verhört, oder sprach die Reiseführerin tatsächlich gerade von einem Löwenkopf, der gleich zu sehen sein sollte? Gibt es hier etwa doch einen Hauch von Afrika, oder spielen mir meine Assoziationen einen Streich? Nein, es gibt ihn tatsächlich, den Kopf der afrikanischen Raubkatze. Allerdings handelt es sich dabei um einen Felsen, der
aussieht wie eine schlafende Löwin, müde geworden von der wachsamen Beobachtung des Strandscha-Gebirges, in dessen nördlichen Ausläufern wir uns hier befinden. Immer wieder fliegen Vögel vor uns her und über uns hinweg – sichtbar genug, um alle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, aber dennoch zu schnell, um Amateurfotografen auch nur den Hauch einer Chance auf ein gutes Bild zu lassen. Einzig und allein eine Lachmöwe hat sich dort, wo der Fluss ins Schwarze Meer mündet, auf einem Stein in Positur gestellt und verharrt regungslos, bis alle Schnappschüsse im Kasten sind.
Nein, mit Afrika hat diese Gegend sicherlich nicht mehr zu tun als jeder andere Landstrich in Europa, sehenswert aber ist sie allemal, auch wenn weder Elefanten noch Flusspferde die Wasserläufe bevölkern und der einzige Löwe aus Stein ist.
Auch bleibt es ein Scherz der Reiseführerin, dass der für die Wildtiere aufgestellte Schutzzaun am Flussufer auch zur Verteidigung gegen die Türken dienen könne (zu denen das Verhältnis der Bulgaren seit den Tagen des Osmanischen Reiches ein ohnehin schwieriges ist).
Nichtsdestotrotz ist es aber ein sehr lohnender Ausflug, der einen vom Getümmel der Touristenstrände in die Idylle einer Natur entführt, die man noch fast „unangetastet“ nennen kann.
August 2011
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