Auch hier ist man letztlich ein Anteil, ein Fragment. Zwar agiert man zum Teil autark und individuell, doch gerade wenn man in einem großen Betrieb arbeitet, kann man sich auch als ein Rädchen im Getriebe sehen, dass eine essenzielle Arbeit leitet, bzw. leisten muss, damit nicht das gesamte Werk stillsteht.
Psychologisch betrachtet kann man, wenn man will, auch hier mit dem Begriff „Anteile“ agieren. Man könnte auch den Begriff „Archetypen“ verwenden, was C.G. Jung bereits getan hat. So sind auch Charaktereigenschaften, Maximen, Ansichten und Kodizes ohne Weiteres als Anteile zu definieren.
Wenn man eine weitere Etage nach „oben“ geht, betritt man spirituelles Land. Um hier nun sinnig mit der Vokabel „Anteile“ arbeiten zu können, muss man sich auf seine Energiekörper, seine Chakren und seine sonstigen Potenzialen beziehen und versuchen diese zu deklarieren bzw. einzuteilen. Zum Einen ist dies hilfreich, wenn man energetisch arbeitet, sodass man Blockaden bzw. Disharmonien in seinen „Anteilen“ (bzw. Chakren oder Energiekörpern) deklarieren und sich ins Bewusstsein holen kann. Zum Anderen schafft dies aber auch eine recht einfache Arbeitsebene, da das menschliche Bewusstsein leichter agieren kann, wenn eine „persönliche Ebene“ – in Bezug auf „mein Herzchakra ist ein Teil von mir etc. – existiert.
Der letzte Schritt für uns, zu unseren Seelenanteilen bzw. zu Anteilen, die entweder zum höheren Selbst gehören oder sogar zum kosmischen Sein, wird aber immer inviduell und unbeschreiblich bleiben. Zwar ist es ein gigantischer Unterschied, ob nun Anteile zum höheren Selbst oder zum kosmischen Sein zählen, doch macht das aus Sicht des Tagesbewusstseins keinen Unterschied – beide „Anteilsgruppen“ können sehr fremdartig auf das Wachbewusstsein des Menschen wirken.
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Arbeiten mit den Anteilen – materielle bzw. physische Ebene
Es mag für einige seltsam oder witzig klingen, doch man kann ohne Weiteres einen echten Dialog mit seinen „physischen Anteilen“ führen, egal, ob es nun Organe oder Gliedmaßen sind. Es geht nicht darum, small Talk mit seiner Leber zu führen, die sich über zu viel oder zu wenig Alkohol beklagt (nebenbei erwähnt, der uralte Sketch von Otto Waalkes „der menschliche Körper“ ist hier sehr unterhaltsam), nein, es geht darum aktiv in die Kommunikation zu treten, wenn eines der Organe nicht ordnungsgemäß funktioniert, bzw. agiert. Hierbei ist es egal, ob nun ein Gelenk „spinnt“ oder ob das Herz „zu sehr rast“. In meditativen Arbeiten, kann man seine Organe bereisen und eine aktive Befragung ausführen, sodass man auch im Tagesbewusstsein registrieren kann, warum die organische Reaktion so ist, wie sie ist. Gerade bei dieser Arbeit wird man den Sinn mancher Sprichwörter viel, viel besser verstehen können. Egal, ob es nun darum geht, dass einem „eine Laus über die Leber gelaufen ist“, einem „etwas auf den Magen geschlagen“ ist oder ob man die „Nase voll hat“. Auch einen „dicken Hals bekommen“ oder eine „Last vom Herz verlieren“ wird man deutlicher nachvollziehen können. Man kann via Dialog erfahren, warum man die „Nase voll“ hat bzw. warum einem „was“ auf den „Magen geschlagen“ ist. Der Organdialog ist eine sinnige und zum Glück auch gängige Praxis, denn es ist stets einfacher sich selbst zu befragen und zu erfahren, warum der Körper so reagiert, wie er reagiert, als dies durch eine langwierige Anamnese abzuklären. Natürlich ist es nicht immer so einfach, einen klaren Dialog hinzubekommen und man sollte es wirklich nicht übertreiben. Wenn man im Tagesbewusstsein weiß, warum dieses oder jenes Leiden oder Wehwehchen hat, muss nicht in den Dialog mit seinen Körper gehen. Doch wenn man wiederkehrende oder sogar chronische Schmerzen hat, kann ein Zwiegespräch mit dem jeweiligen Organ bzw. mit der jeweiligen Körperpartie sehr viel Aufklärungsarbeit leisten.
Doch man kann sich auch mit seinen Körperanteilen unterhalten, wenn es um sportliche oder ernährungstechnische Gründe geht. Zwar wird man nicht von seinem Körper die Antwort bekommen, wie man bitteschön „mal eben“ den Weltrekord im Marathon unterbieten kann, doch man kann gezielt mit seinem Körper zusammenarbeiten, um eine Leistungssteigerung (auch in Bezug auf eine Beweglichkeit) zu erreichen. Natürlich muss hier auch Training erfolgen, doch gerade in Bezug auf den Körper gilt das Sprichwort, dass ein „gesunder Geist in einem gesunden Körper lebt“.
Egal, ob es nun um Organe, System (Herz-Kreislauf-System oder Verdauungssystem) oder um Gliedmaße geht, wichtig ist, dass man sich selbst mit dem entsprechenden Körperteil verbindet und einen Rollentausch vornimmt. Man muss selbst – via gezielte Autosuggestion – eine Selbstidentifizierung einleiten, sodass das Tagesbewusstsein das entsprechende Organ wird. Wenn man dies für sich zufriedenstellen geschafft hat, kann man mit dem Dialog beginnen. Hierbei ist es, egal, ob man einen echten „Briefverkehr“ initiiert, oder ob man sich mit seinem Spiegelbild unterhält. Wichtig ist nur, dass man sich wirklich mit dem entsprechenden Körperteil identifizieren kann.
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Arbeiten mit den Anteilen – gedankliche bzw. psychologische Ebene
Wer hat nicht schon mal ein Selbstgespräch geführt, entweder, weil man endlich mal eine adäquate Meinung hören will oder weil man einfach so arbeitet. Nun gut, dies ist nicht der echte Grund, doch es ist eine schöne Idee. Doch die gedankliche Ebene bzw. die psychologische Ebene ist sehr, sehr wichtig, wenn es um das tägliche Leben geht. Es ist mehr als nur hilfreich, wenn man sich verschiedenen Rollen aneignet und diese auch lebt. Mit „Rollen“ sind in diesem Fall verschiedene Charakteristika oder auch „Arbeitsweisen“ gemeint.
Natürlich bleibt man im Endeffekt materiell immer der gleiche Mensch, doch energetisch muss dies nicht sein. Wenn man für sich innere Werte, oder Einstellungen, vielleicht auch Vorstellungen und Erwartungen als Rollenbilder transformiert, kann man diese sehr gezielt nutzen. Zwar wird sich aus dem unsicheren Büromenschen nicht „mal eben“ ein schlachterprobter Krieger entwickeln, doch sind Rollenverhalten für die eigene Psyche wichtig. Auch mit diesen Anteilen kann man in einen Dialog treten. Mit der Hilfe dieser Gespräche kann man nicht nur über sich selbst und über seine Struktur etwas erfahren, man kann sich auch sehr bewusst mit seinen Schattenseiten und seinen inneren Teufeln, Widersachern oder auch „Dämonen“ (als theatralische Variante einer religiösen und fehlerhaften Interpretation des Begriffes „Dämon / Daimon“, was Schutzgeist bedeutet) auseinandersetzen. Man kann sich hier mit den verschiedenen Archetypen auseinandersetzen und schauen, welche Charakteristika passend sind, welche man minimieren könnte bzw. sollte und welche eine deutliche Steigerung erfahren sollten. Hierbei ist es egal, ob man sich mit den klassischen Archetypen nach C.G. Jung verbindet oder ob man die archetypischen Energien der Astrologie wählt – sei es die Sternzeichen selbst, die Planeten oder auch die verschiedenen Beziehungen zwischen den Planeten, Häusern und Winkeln/Aspekten der Astrologie. Wichtig ist hier, dass man für sich eine innere Kommunikationsmatrix erstellt, mit deren Hilfe man einen Dialog beginnen kann, der letztlich die eigene Entwicklung, die eigene Evolution vorantreibt. Für manche Menschen sind die Archetypen der Astrologie und des Zodiaks die beste Alternative. Die verschiedenen Beschreibungen dieser Typen befinden sich im Kapitel „Divination“ bzw. im dortigen Unterkapitel „Astrologie“ dieser Buchreihe. Für andere Menschen sind vielleicht die Archetypen nach C.G. Jung die bessere Arbeitsmethode. Es gibt hier keine Wertung, da sich beide Lehren der Archetypen ähneln. Es geht letztlich hier um Vokabeln. Dennoch will ich aus Gründen der Vollständigkeit die Archetypen nach C.G. Jung sehr kurz erwähnen und beschreiben.
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