Wenn ich jemanden die archetypischen Qualitäten eines Elementes geben will, dann bekommt das Wort Energie noch die Vokabel des jeweiligen Elementes (Erdenergie, Luftenergie, Wasserenergie oder Feuerenergie), wenn ich in einem Ritual eine Macht/Kraft/Entität/Energie anrufe, damit mich diese unterstützt, gebe ich ihr einen historischen Namen (den Namen einer Göttin, eines Gottes, eines Engels) oder bezeichne sie einfach als „universelle Energie“ oder auch „kosmische Energie“. Wenn ich mich selbst via Trance in einen anderen Bewusstseinszustand versetzen will, verwende ich die Energie der Trommel (Schlagen einer Trommel um in Trance zu kommen), die Energie der Natur (meditatives Laufen), Energie des Baumes / Kristalls / Arbeitsgerät (Athame, Stab, Pentakel, Kelch etc.) – also eine physische Berührung eines Objektes, wodurch wieder ein selbst erschaffenes „Körperprogramm“ abläuft, eine Selbstcodierung, die einen individuellen Effekt hat. Ich kann auch die Energie eines Himmelskörpers verwenden, z. B. die marsianische Energie, wo auch wieder ein Archetypus beschrieben wird, sodass in mir etwas ausgelöst wird – wieder ähnlich einem Programm oder einer Selbstcodierung. Dass Gleiche kann ich auch mit den Himmelskörpern Sonne, Mond, Merkur, Venus, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto, Chiron, Ceres usw. machen. Ich kann „rituelle Energie“ z. B. auf ein Objekt fokussieren, d. h., ich fokussiere meinen Willen, den ich in einer feierlichen Zeremonie aus dem Alltagstrott gehoben habe, auf ein Objekt meiner Wahl. Oder ich nehme den Begriff Energie und verbinde ihn mit religiösen Vokabeln wie „Chakra“, „Gott“, „Licht“, „Teufel“ oder mit einer Fantasievokabel wie „Gnuppselfuppselenergie“, die individuell für mich etwas bedeutet und auch etwas in mir bewirkt. Vielleicht nehme ich den Begriff „Energie“ auch einfach und kombiniere ihn mit dem Wort „Körper“. Die „Energiekörper“ sind auch wieder Konzeptideen, die in mir etwas auslösen und die ich mit vielen anderen Vokabeln verifizieren könnte (Aura, Ätherkörper, Mentalkörper, Emotionalkörper, Astralkörper, Spiritueller- bzw. Kausalkörper, Intuitions- bzw. Buddhikörper und Atmankörper). Ich kann auch das Wort „Energie“ in vielen metaphorischen Beschreibungen verwenden, damit ich etwas beschreiben kann, was ich nicht punktuell erfassen kann, was mir aber so wichtig ist, dass ich es außerhalb meiner Erinnerungen fixieren will.
Man kann diese Beispiele, und die Verwendung des Wortes „Energie“, im magischen Bereich wirklich in die Unendlichkeit treiben, doch das würde wohl zu einer Hirnknotenenergie führen.
Doch diese ganzen Beispiele sind erst einmal individuell zu betrachten, denn sie beziehen sich auf mich. Andere Menschen verwenden natürlich auch wieder andere Wörter und andere Zusammenhänge. Bei den ganzen Beispielen sollte auffallen, dass ich immer wieder einen Bezug auf das Individuum Mensch vollzogen habe und dass die „Effekte“ und „Erlebnisse“ primär aus dem „Inneren“ des Menschen herauskommen und dort auch eine WIRKUNG haben. Natürlich ist diese Wirkung auch wieder subjektiv und absolut individuell, doch ich denke schon, dass die meisten Menschen solche Erklärungen durch eigene Beispiele und reale Begebenheiten für sich einordnen können, ob man nun das Wort „Energie“ nimmt, oder ein anderes. Apropos „Energie“ und „Wort“, was bedeutet das Wort „ENERGIE“ eigentlich wortwörtlich? Es muss doch irgendwo herkommen und eine buchstabengetreue Bedeutung haben, oder? Nun, das Wort „Energie“ kommt aus dem Altgriechischen und setzt sich aus den beiden Wörtern ἐν (en) und ἔργον (ergon) zusammen, was zum Wort Enérgeia führt, aus welchem sich dann das Wort „Energie“ ergibt bzw. gebildet hat. Wenn man dann in die Übersetzungen geht, findet man, dass die griechische Silbe „ἐν“ (en) wie folgt übersetzt bzw. gedeutet werden kann: (1) in, innerhalb (räumlich), (2) auf (räumlich), (3) an, bei (räumlich), (4) unten (Teil von etwas) oder (5) in, innerhalb, binnen (zeitlich).
Das griechische Wort „ἔργον“ (ergon) bedeutet so viel wie: (1) Werk, Arbeit (etwas schaffen), (2) Tat, Handlung, Wirken (etwas vollbringen), (3) Geschäft, Verrichtung (eine Tat). Zusätzlich kann man über das Wort „ergon“ sagen, dass es eine spezifische oder individuelle Funktion oder Aufgabe besitzt, in Bezug auf eine „Sache“ bzw. „Angelegenheit“, wobei die Funktion/Aufgabe die für diese Sache/Angelegenheit essenziell/bedeutungsvoll ist. Es ist also ein sehr „starkes“ oder „machtvolles“ Wort, das in seiner Grundbedeutung nicht „mal eben“ oder „leichtfertig“ verwendet werden sollte.
Wenn man sich dann auf eine Umschreibung des Wortes „Energie“ einigen und hier kein Tamtam, gepaart mit einer großen Portion Theatralik, verwenden will, kann man die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „ENERGIE“ einfach als ein „inneres Werk“ oder ein „in (sich selbst) Wirken“ erklären. Und wenn man sich jetzt die magischen Ziele der Selbstevolution anschaut, dann ist diese Übersetzung genau das, was ich weiter oben als Beispiele verwendet habe. Wenn man sich jetzt noch einmal die Beispiele anschaut, die ein Magier, der das Wort „ENERGIE“ verwendet, aufschlüsseln könnte, wird man feststellen, dass es immer ein „inneres Werk“ oder ein „in (sich selbst) Wirken“ sein wird.
Und selbst wenn man dies für sich nicht wahrhaben will oder es nicht erkennen kann und den letzten Strohhalm eines „Wer-hat-es-als-Erster-verwendet“ ergreifen will, wird man nicht bei Namen wie William John Macquorn Rankine, Physiker Thomas Young, Immanuel Kant, Gottfried Wilhelm Leibniz oder Galileo Galilei landen, sondern bei den griechischen Philosophen. Hier kann man, wenn man es will, den Namen „Aristoteles“ verwenden, der in meinen Augen nicht nur ein Philosoph war, sondern einfach seiner Zeit entsprach und auch mit „Göttern/Göttinnen“ gearbeitet hat, also ein Denker, ein weiser Mann, ein Hierophant oder ein Magier bzw. Okkultist oder einfach ein esoterischer / spiritueller Mensch. Aristoteles verwendete den Begriff „Enérgeia/Energie“ als eine „Wirkkraft“, durch die Mögliches in Seiendes übergehen kann. Perfekter kann man dies kaum beschreiben. Das, was möglich ist, was man sich im eigenen System erschließt, sich darauf codiert oder programmiert, kann als eigene, individuelle Realität wahr werden.
So soll und muss ein jeder selbst entscheiden, welche Vokabeln und Begriffe er verwendet. Doch es wäre schön, wenn man nicht fremde Menschen bzw. Individuen bestimmen und ihnen diktieren will, welche Begriffe sie gefälligst zu verwenden haben. Niemand kann und sollte einen Begriff pachten. Denn auch die Physiker verwenden Begriffe, die weit, weit vor ihnen schon andere Menschen verwendet haben. Das Wort „FELD“ bzw. „FELDER“ ist hier mein Lieblingsbeispiel.
Es würde sicherlich kein Landwirt auf einen Physiker zu gehen und lauthals schreien, dass er den Begriff „Magnetfeld“ oder „elektromagnetisches Feld“ nicht verwenden darf, da ein Feld ein Acker ist, der nur in Länge und Breite interessant ist und auf dem gefälligst etwas zu wachsen hat, das man auch ernten kann. Wobei das Schauspiel bestimmt spannend und amüsant wäre.
In diesem Sinne würde ich mir wünschen, dass jeder Mensch auch die Sprache als Meditation sehen würde, als eine ACHTSAMKEITSÜBUNG. Es ist für jede echte Kommunikation kontraproduktiv, wenn man sich elitär aufschwingen will, um sich gleichzeitig hinter Fachvokabeln zu verstecken, damit andere Menschen nicht die eigenen Unzulänglichkeiten bemerken. Ich denke, dass man ohne Weiteres sagen kann, dass die Physik mittlerweile zur magischen/spirituellen Kommunikation gehört, da die Physik alte (meist griechische) Vokabeln verwendet, die man auch für magische Ideen hervorragend verwenden kann. Nehmen wird doch sonst mal provokativ den Begriff „Quantenmagie“. Hierdurch kann man hervorragend eine bewusste und/oder unbewusste Veränderung (Transformation) der eigenen Wahrnehmung und der eignen Realität beschreiben, die im Kleinsten beginnt und sich ins eigene Leben erstreckt bzw. erstrecken kann. Hierbei geht es wieder um die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Quanten“ bzw. „Quant“. Es kommt vom lateinischen „quantum“ und kann als „wie groß“ oder als “wie viel“ übersetzt werden, sodass man durch „Quantenmagie“ anzeigen kann, dass das mögliche Potenzial gigantisch ist, was man im eigenen Inneren trägt und entfacht werden kann, sich dieses aber dem Tagesbewusstsein entzieht. Oder auch das Wort „Orbital“ kann verwendet werden. Es ist hervorragend in dem Satz bzw. der Aussage „Ein Orbital des Etz Chaim auf der Ebene Aziluth“ einzubauen. Hiermit wird eine Erklärung gegeben, dass es in der 1. kabbalistischen Welt (die den Namen Aziluth trägt und als Ebene der Urenergien bekannt ist, in der es keine klare Dualität gibt) eben kein deutliches Schwarz/Weiß-Konzept mehr gibt, sondern dass die ENERGIEN des Sephiroth und des Qlippoth (die Energien / Dynamiken der Seite der Ordnung und der Seite des Chaos) nicht klar zu lokalisieren sind.
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