Wie komisch sich das anfühlt in dieser Situation! Aber es hilft, es geht mir schlagartig besser. Ich danke ihr und gehe, um mir noch rasch die Bescheinigung für den Arbeitgeber zu holen und danach zum Knochenszintigramm zu gehen.
Das geht aber nicht so einfach, wie gedacht.
„Arbeitsunfähigkeit? Da müssen Sie später nochmal herkommen, es ist ja niemand zum Unterschreiben da. Am besten nach dem Szinti, da haben Sie ja dann noch genügend Zeit.“
Ich schaue die Schwester ungläubig an: wieder herkommen? Zum x-ten Mal durch das gesamte Klinikgelände marschieren, obwohl es mir wirklich nicht sehr gut geht? Sie nickt ungerührt.
Ich sage nur: „Vergessens Sie es, ich bin nicht hier, um die Fußwege der Uni zu erkunden.“
Dann drehe ich mich um und gehe.
In der Nuklearmedizin dauert es sehr, sehr lange. Mir ist kalt, ich habe Hunger, liege unbequem und die Kolleginnen dort sind wenig interessiert am Patienten. Zudem wird gerade auch ausgebildet. Ein junger MTRA-Schüler betreut mich. Er sollte noch viel lernen, bevor er alleine auf die Patienten losgelassen werden darf. Meine Fragen kann er mir nicht beantworten und einmal schiebt er den Tisch so heftig in die Halterung, dass ich ein Stück herunter rutsche. Er entschuldigt sich kleinlaut.
Ich bitte darum, aufstehen zu dürfen, aber er lehnt das ab.
„Sie müssen schon noch warten, ob die Bilder gut sind. Dann dürfen Sie sich erst wieder anziehen.“
„Ich muss aber zur Toilette.“
„Naja, dann gehen Sie mal hier schnell über den Flur.“
Als ich zurückkomme, ist die MTRA wieder da. Sie fragt mich, ob ich irgendwo schon mal etwas gehabt hätte, z.B. an der Wirbelsäule. Mir wird eiskalt.
„Nein, wieso?“
Keine Antwort. Sie sitzt da und starr auf die Bilder im PC. Ich sage: „Entschuldigung, warum fragen Sie das? Haben Sie etwas entdeckt?“
„Was? Nein, ich dachte nur, es könnt was sein, aber da ist wohl nichts.“
Was sollte das denn jetzt?
„Können Sie da bitte mal deutlicher werden?“
„Nein, das darf ich ja gar nicht, dass macht nachher der Professor.“
„Wann sehe ich den denn?“
„Ja, wenn Sie hier fertig sind.“
„Und wann ist das bitte?“
„Wenn wir alles gemacht haben.“
Ich wurde etwas lauter. „Und was ist bitte alles? Ich habe Hunger und mein Rücken tut von diesem Tisch hier weh.“
„Soll ich Ihnen ein paar Plätzchen besorgen?“
NEIN! Ich will keine Plätzchen, ich will hier weg!
Irgendwann darf ich dann gehen, aber nur zurück zum Chef der Abteilung, der mir beim Befundgespräch nicht mal in die Augen schauen kann. Er zeigt mir an den Bildern noch rasch, dass ich in allen Gelenken Arthrose habe. Ansonsten sei ich „o.B.“. Zum Abschied wünschte er mir dann lächelnd „gute Besserung“.
Dann darf ich endlich heim. Ich rufe Dich gleich an und erkläre Dir, dass alles gar nicht so schlimm ist, wie wir gedacht haben.
Wie sehr ich mich doch getäuscht habe! Aber das sollte ich erst später begreifen.
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