„Was möchten Sie denn hören? Vor vier Jahren habe ich mein Elternhaus verlassen. Meine Mutter lebt nicht mehr und mein Vater ist Alkoholiker. Ich hielt es einfach nicht mehr aus. Nach einigen Wochen auf der Straße habe ich Jan kennengelernt. Er lebt schon viele Jahre auf dem „Regenbogenhof“ und war dort sehr glücklich. So bin ich dann zu der Großfamilie gekommen!“
„Aber was macht ihr dort…geht ihr alle zur Arbeit oder arbeitet ihr auf dem Hof?“
„Teils teils. Ich gehe zum Beispiel keiner Tätigkeit nach sondern arbeite auf dem Hof. Wir haben dort alles angebaut…vom Obst bis hin zu sämtlichen, gängigen Gemüsesorten. Da ist also Arbeit angesagt. Wie Sie sehen, verhungern können wir nicht!“
„Aber es muss doch irgendwie Geld reinkommen, wie macht ihr das?“ Gespannt wartete sie auf eine Erklärung.
„Ganz einfach, wir verkaufen unser Gemüse und Obst auf dem Wochenmarkt. Andere die einer Arbeit nachgehen, bezahlen einen Teil für die Unterkunft. So ist immer alles im grünen Bereich!“ Cindy hörte ihm gespannt zu:
„Wie geht ihr so miteinander um?“
„Wenn einer Probleme hat, setzen wir uns alle zusammen und beraten. Nie ist jemand mit seinen Sorgen alleine, jeder ist für den anderen da!“
„Hört sich verdammt gut an. Meine Eltern lassen mich seelisch verhungern…zu viel Stress!“
„Arme Cindy, das könnte Ihnen bei uns in der Familie nicht passieren!“
„Erzählen Sie mir mehr, Bob. Wie viele seid ihr und wer ist dort das Oberhaupt der Familie?“
„Wir sind momentan zu vierzehn Leuten, zusätzlich unser Oberhaupt William Wendt. Er ist so gütig und weiß immer Rat!“ Bob kam richtig ins Schwärmen.
„Wie ist es, haben Sie eine Freundin, Bob?“ Gespannt sah sie ihn an. Er schüttelte den Kopf:
„Nein, ich habe keine Freundin. Wir leben dort sehr spartanisch, keinen Alkohol…keine Zigaretten oder andere Drogen…keinen Sex. So gibt es keinen Kummer…Liebeskummer und so. Wir sind mit dieser Lebensweise sehr glücklich!“ Irritiert sah Cindy ihn an:
„Also ich weiß nicht, ob ich damit leben könnte. Sex gehört zum Leben und ist nicht verwerflich!“ Bob merkte sehr schnell, einen Fehler gemacht zu haben und machte Schadensbegrenzung:
„Natürlich dürfen Sie Sex haben, Cindy. Nur nicht innerhalb der Großfamilie. Nach draußen können Sie doch machen was Sie wollen!“ Cindy war beruhigt und nickte:
„OK, damit könnte ich leben!“ Langsam wurde sie neugierig auf diese Familie, aber es war noch zu früh - erst wollte sie Bob besser kennenlernen. Als Bob seinen Arm um ihre Schultern legte, fühlte sie sich zum ersten Mal geborgen und sie bekam einen Weinkrampf. Bob sagte nichts, hielt sie nur fest in seinen Armen. Wie sehr musste sie jegliche Zuwendung vermissen! So etwas wie Mitgefühl überkam ihn. Aber schnell schüttelte er es wieder ab – soweit darf es nicht kommen. Er hatte einen Auftrag und nur der war wichtig. Cindy beruhigte sich wieder und sah Bob entschuldigend an:
„Tut mir leid, bin sonst keine Heulsuse…!“ Bob lächelte sanft:
„Das war gut, Cindy…immer alles herauslassen. Darf ich du zu dir sagen?“
„Klar, Bob…habe das Gefühl, dich schon ewig zu kennen!“ Erleichtert lehnte sie ihren Kopf an seine Schulter. Dieses Gefühl…es war wunderbar. Eine große Sehnsucht nach mehr erfüllte ihr Herz. Sehnsucht nach Geborgenheit…einer intakten Familie…Freunde die immer zuhören! Der Drang, seine Großfamilie näher kennenzulernen wurde immer größer. Und Bob? Hatte sie sich in ihn verliebt? Nein…er war wie ein guter Freund. Für eine neue Liebe war es noch zu früh…!
Auf dem Nachhauseweg begegnete sie Markus, einem Freund von Robin. Markus war genau das Gegenteil von Robin, zuvorkommend, respektvoll und liebenswürdig.
„Hi Cindy, lange nicht mehr gesehen. Wie geht es Robin?“
„Sag jetzt nicht, du wüsstest nichts von unserer Trennung?“ Markus sah sie verdattert an:
„Trennung? Nein, ich habe Robin lange nicht mehr gesehen. Aber wieso?“ Cindy lachte pikiert auf:
„Weil ich zu vollgefuttert bin! Ich bin dem netten Herrn, gelinde gesagt - zu fett!“ Markus wurde blass:
„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?“ Heftig nickte Cindy und ihre langen, blonden Locken hüpften im Takt dazu:
„Aber ja, er steht jetzt auf Marita – superschlank!“
„Mach dir nichts daraus, er ist ein Arsch…er weiß wohl nicht, welch ein Juwel er da in die Wüste geschickt hat!“
Ups…was waren das denn für Töne? Sie konnte nicht wissen, dass Markus schon lange in sie verliebt ist. Er hatte sich immer zurückgehalten, wie es sich für Freunde gehörte. Seine braunen Augen sahen Cindy prüfend an:
„Wie geht es dir denn so…?“ Verlegen wuschelte er durch seinen braunen Locken. Cindy war über seine Art verblüfft, winkte aber cool ab:
„Na super, Markus. Mein Leben geht weiter und ich blicke nach vorne!“ Erstaunt stellte sie fest, wie sympathisch dieser Markus doch war. Wieso hatte sie das früher nie bemerkt? Weil sie blind vor Liebe war, gab sie sich selber die Antwort.
„Wenn du Lust hast, komme einfach mal vorbei, Markus. Würde mich sehr freuen…!“ Sie gab ihm die Hand und drehte sich um…noch war es für eine neue Beziehung zu früh. Mit sehnsüchtigen Augen sah Markus ihr hinterher.
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