Фридрих Ницше - Morgenröthe

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336.

Wessen sind wir fähig? — Einer war durch seinen ungerathenen und boshaften Sohn den ganzen Tag so gequält worden, dass er ihn Abends erschlug und aufathmend zur übrigen Familie sagte:»So! nun können wir ruhig schlafen!«— Was wissen wir, wozu uns Umstände treiben könnten.

337.

« Natürlich«. — In seinen Fehlern wenigstens natürlich zu sein, — ist vielleicht das letzte Lob eines künstlichen und überall sonst schauspielerischen und halbächten Künstlers. Ein solches Wesen wird deshalb gerade seine Fehler keck herauslassen.

338.

Ersatz - Gewissen. — Der eine Mensch ist für den anderen sein Gewissen: und diess ist namentlich wichtig, wenn der andere sonst keines hat.

339.

Verwandlung der Pflichten. — Wenn die Pflicht aufhört, schwer zu fallen, wenn sie sich nach langer Übung zur lustvollen Neigung und zum Bedürfniss umwandelt, dann werden die Rechte Anderer, auf welche sich unsere Pflichten, jetzt unsere Neigungen beziehen, etwas Anderes: nämlich Anlässe zu angenehmen Empfindungen für uns. Der Andere wird vermöge seiner Rechte von da an liebenswürdig (anstatt ehrwürdig und furchtbar, wie vordem). Wir suchen unsere Lust, wenn wir jetzt den Bereich seiner Macht anerkennen und unterhalten. Als die Quietisten keine Last mehr an ihrem Christenthume hatten und in Gott nur ihre Lust fanden, nahmen sie ihren Wahlspruch» Alles zur Ehre Gottes!«an: was sie auch immer in diesem Sinne thaten, es war kein Opfer mehr; es hiess so viel als» Alles zu unserm Vergnügen!«Zu verlangen, dass die Pflicht immer etwas lästig falle — wie es Kant thut — heisst verlangen, dass sie niemals Gewohnheit und Sitte werde: in diesem Verlangen steckt ein kleiner Rest von asketischer Grausamkeit.

340.

Der Augenschein ist gegen den Historiker. — Es ist eine gut bewiesene Sache, dass die Menschen aus dem Mutterleibe hervorgehen: trotzdem lassen erwachsene Kinder, die neben ihrer Mutter stehen, die Hypothese als sehr ungereimt erscheinen; sie hat den Augenschein gegen sich.

341.

Vortheil im Verkennen. — Jemand sagte, er habe in der Kindheit eine solche Verachtung gegen die gefallsüchtigen Grillen des melancholischen Temperaments gehabt, dass es ihm bis zur Mitte seines Lebens verborgen geblieben sei, welches Temperament er habe: nämlich eben das melancholische. Er erklärte diess für die beste aller möglichen Unwissenheiten.

342.

Nicht zu verwechseln! — Ja! Er betrachtet die Sache von allen Seiten, und ihr meint, das sei ein rechter Mann der Erkenntniss. Aber er will nur den Preis herabsetzen, — er will sie kaufen!

343.

Angeblich moralisch. — Ihr wollt nie mit euch unzufrieden werden, nie an euch leiden, — und nennt diess euren moralischen Hang! Nun gut, ein Andrer mag es eure Feigheit nennen. Aber Eins ist gewiss: ihr werdet niemals die Reise um die Welt (die ihr selber seid!) machen und in euch selber ein Zufall und eine Scholle auf der Scholle bleiben! Glaubt ihr denn, dass wir Andersgesinnten der reinen Narrheit halber uns der Reise durch die eigenen öden, Sümpfe und Eisgebirge aussetzen und Schmerzen und Überdruss an uns freiwillig erwählen, wie die Säulenheiligen?

344.

Feinheit im Fehlgreifen. — Wenn Homer, wie man sagt, bisweilen geschlafen hat, so war er klüger als alle die Künstler des schlaflosen Ehrgeizes. Man muss die Bewunderer zu Athem kommen lassen, dadurch dass man sie von Zeit zu Zeit in Tadler verwandelt; denn Niemand hält eine ununterbrochen glänzende und wache Güte aus; und statt wohlzuthun, wird ein Meister der Art zum Zuchtmeister, den man hasst, während er vor uns hergeht.

345.

Unser Glück ist kein Argument für und wider. — Viele Menschen sind nur eines geringen Glückes fähig: es ist ebenso wenig ein Einwand gegen ihre Weisheit, dass diese ihnen nicht mehr Glück geben könne, als es ein Einwand gegen die Heilkunst ist, dass manche Menschen nicht zu curiren und andere immer kränklich sind. Möge Jeder mit gutem Glück gerade die Lebensauffassung finden, bei der er sein höchstes Maass von Glück verwirklichen kann: dabei kann sein Leben immer noch erbärmlich und wenig neidenswerth sein.

346.

Weiberfeinde. — »Das Weib ist unser Feind«— wer so als Mann zu Männern spricht, aus dem redet der ungebändigte Trieb, der nicht nur sich selber, sondern auch seine Mittel hasst.

347.

Eine Schule des Redners. — Wenn man ein Jahr lang schweigt, so verlernt man das Schwätzen und lernt das Reden. Die Pythagoreer waren die besten Staatsmänner ihrer Zeit.

348.

Gefühl der Macht. — Man unterscheide wohl: wer das Gefühl der Macht erst gewinnen will, greift nach allen Mitteln und verschmäht keine Nahrung desselben. Wer es aber hat, der ist sehr wählerisch und vornehm in seinem Geschmack geworden; selten, dass ihm Etwas noch genugthut.

349.

Nicht gar so wichtig. — Bei einem Sterbefalle, dem man zusieht, steigt ein Gedanke regelmässig auf, den man sofort, aus einem falschen Gefühl der Anständigkeit, in sich unterdrückt: dass der Act des Sterbens nicht so bedeutend sei, wie die allgemeine Ehrfurcht behauptet, und dass der Sterbende im Leben wahrscheinlich wichtigere Dinge verloren habe, als er hier zu verlieren im Begriffe steht. Das Ende ist hier gewiss nicht das Ziel. —

350.

Wie man am besten verspricht. — Wenn ein Versprechen gemacht wird, so ist es nicht das Wort, welches verspricht, sondern das Unausgesprochene hinter dem Worte. Ja, die Worte machen ein Versprechen unkräftiger, indem sie eine Kraft entladen und verbrauchen, welche ein Theil jener Kraft ist, die verspricht. Lasst euch also die Hand reichen und legt dabei den Finger auf den Mund, — so macht ihr die sichersten Gelöbnisse.

351.

Gewöhnlich missverstanden. — Im Gespräche bemerkt man den Einen bemüht, eine Falle zu legen, in welche der Andere fällt, nicht aus Bosheit, wie man denken sollte, sondern aus Vergnügen an der eignen Pfiffigkeit: dann wieder Andre, welche den Witz vorbereiten, damit der Andre ihn mache, und welche die Schleife knüpfen, damit Jener den Knoten daraus ziehe: nicht aus Wohlwollen, wie man denken sollte, sondern aus Bosheit und Verachtung der groben Intellecte.

352.

Centrum. — Jenes Gefühl:»ich bin der Mittelpunct der Welt!«tritt sehr stark auf, wenn man plötzlich von der Schande überfallen wird; man steht dann da wie betäubt inmitten einer Brandung und fühlt sich geblendet wie von Einem grossen Auge, das von allen Seiten auf uns und durch uns blickt.

353.

Redefreiheit. — »Die Wahrheit muss gesagt werden, und wenn die Welt in Stücke gehen sollte!«— so ruft, mit grossein Munde, der grosse Fichte! — Ja! Ja! Aber man müsste sie auch haben! — Aber er meint, Jeder solle seine Meinung sagen, und wenn Alles drunter und drüber gienge. Darüber liesse sich mit ihm noch rechten.

354.

Muth zum Leiden. — So wie wir jetzt sind, können wir eine ziemliche Menge von Unlust ertragen, und unser Magen ist auf diese schwere Kost eingerichtet. Vielleicht fänden wir ohne sie die Mahlzeit des Lebens fade: und ohne den guten Willen zum Schmerze würden wir allzu viele Freuden fahren lassen müssen!

355.

Verehrer. — Wer so verehrt, dass er den Nichtverehrenden kreuzigt, gehört zu den Henkern seiner Partei, — man hütet sich, ihm die Hand zu geben, selbst wenn man auch von der Partei ist.

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