nachhaltige Tätigkeit mit der Absicht, Gewinne zu erzielen. Man nimmt am
allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr teil.
Obligatorisch ist die Anmeldung des Gewerbes beim zuständigen
Ordnungsamt des Wohnortes. Dort müssen Sie den Zweck des Gewerbes
angeben, wobei eine ziemlich weit gefasste Formulierung angebracht ist,
denn Sie dürfen nur die beschriebenen Tätigkeiten ausüben. Je präziser
diese Formulierungen sind, desto enger wird ihr Tätigkeitsbereich.
Gleichzeitig müssen Sie aber auch aufpassen, nicht Tätigkeitsbereiche
anzugeben, für die besondere Prüfungen verlangt -, oder Vorschriften
verlangt werden. Bezüglich einer passenden Formulierung hilft Ihnen ein
guter Unternehmensberater, Steuerberater jederzeit weiter.
Mit der Anmeldung auf dem Ordnungsamt geht ein Durchschlag des
Formulars an das zuständige Finanzamt. Sie erhalten dann eine
Steuernummer, falls in der Vergangenheit noch keine Nummer zugeteilt
wurde. Betriebe (Gewerbe) unterliegen der Gewerbesteuer.
Mit einem Gewerbe werden Sie automatisch Mitglied in der für ihren
Wohnort zuständigen IHK (Industrie und Handelskammer) und müssen
Beiträge entrichten. Deren Höhe richtet sich nach Umsatz, Größe des
Betriebes, Rechtsform etc..
Falls Sie freiberuflich arbeiten, benötigen Sie keinen Gewerbeschein,
zahlen auch keine Gewerbesteuer. Informieren Sie das zuständige
Finanzamt über ihre Tätigkeit. Vom Startzeitpunkt an versteuern Sie dann
Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit.
Vorsicht!
Existenzgründer erhalten von den Finanzbehörden Vorsteuerbescheide zu
Einkommen – und Umsatzsteuer. Geben Sie ihre Umsatzerwartungen
lieber äußerst bescheiden an, denn sonst zahlen Sie hohe
Vorsteuerbeträge, obwohl Sie noch keinen Cent Umsatz gemacht haben.
Konsultieren Sie zu diesem Thema am besten einen Steuerberater.
Gründungsvoraussetzungen
Mit ihrer Internet Tätigkeit sollten Sie stets am Puls der Zeit sein, d.h. der
oder die Betreiber müssen die Marktlage in ihrem Bereich ständig
verfolgen.
Besondere fachliche Kenntnisse oder Ausbildungen sind nicht erforderlich,
schaden aber auch nicht. Sehr wichtig ist auch das Vertrauen der Kunden
/ Auftraggeber in ihren Service. Absolute Diskretion und Vertraulichkeit
sind unverzichtbare Eigenschaften des Gründers. Vertrauliche Daten
dürfen nur an berechtigte Personen oder Firmen weitergegeben werden.
Initiatoren sollten gut - und gerne am Computer arbeiten. Ein wenig
Erfahrung im Umgang mit der EDV und modernen Programmen sollten Sie
schon mitbringen.
Selbstverständlich müssen Sie mit der Situation eines Selbständigen
zurecht kommen. Dies bedeutet eine verstärkte Integration von
Verantwortung im Leben. Man ist für die eigene Tätigkeit, das eigene
Geschäft selbst verantwortlich und kann eventuell misslungene Aktionen
nicht Anderen in die Schuhe schieben, oder sich hinter einem
Vorgesetzten verstecken. Weiterhin muss man mit unregelmäßigen
Einnahmen rechnen können. Es ist nicht so, dass jeden Monat immer
bestimmte Summen auf das eigene Konto überwiesen werden. Zusätzlich
benötigt man eine gehörige Portion Durchhaltevermögen, denn bei fast
jedem Selbständigen kommen zuerst schwierige Zeiten. "Aller Anfang ist
schwer". Dieses Sprichwort sollte der Gründer durchaus ernst nehmen und
sich über die Anforderungen bewusst sein. Man muss über längere Zeit
kämpfen können, um sich im Markt durchzusetzen.
Wer Einnahmen erzielen möchte, muss ein gesuchtes Produkt oder eine
Dienstleistung ohne Fehl und Tadel abliefern. Dies reicht jedoch nicht
immer. Vielmehr sollte man sich bemühen, stets ein besseres Produkt als
die Konkurrenz anzubieten.
Ohne stetige Leistung verliert man Kunden und hat langfristig keine
Chance, als Selbständiger zu überleben. Was vielleicht als
selbstverständlich angesehen wird, soll in diesem Rahmen noch einmal
betont werden, denn die Realität zeigt immer wieder, dass sich viele
Gründer im Internet die Selbständigkeit nicht so hart vorgestellt hatten.
Der Schritt in eigenverantwortliches Arbeiten ist vor allem mit viel
Durchhaltevermögen, Leistungsbereitschaft und Verzicht auf Freizeit
verbunden.
Wie starte ich?
Bei Internet Konzepten braucht der Initiator vor allem die obligatorische
EDV - Anlage (PC, Monitor, Drucker, Modem) für die eigentliche Tätigkeit
und die Verwaltung. Oft ist beim Kauf bereits eine brauchbare Office
Software enthalten. Dabei können Sie ruhig auf günstige Alternativen
zurückgreifen, denn die üblichen Arbeiten lassen sich mit fast jedem
modernen PC erledigen.
Zusätzlich brauchen Sie ein Programm für die Buchhaltung.
Selbstverständlich sollten noch ein Telefon / Fax und ein vernünftiger
Schreibtisch mit gutem Bürostuhl vorhanden sein.
Startkapital
Für die meisten - später noch beschriebenen Ideen brauchen Sie kaum
Startkapital. Dieses Geld sollten Sie privat aufbringen können, denn
Banken halten von der Finanzierung sehr kleiner Summen für
Existenzgründungen nicht viel. Es ist in ihrem Interesse, wenn Sie
Eigenkapital zur Verfügung haben, denn Fremdkapital schafft
Abhängigkeiten, die auch ausgenutzt werden.
Einen Teil des Startkapitals brauchen Sie auf jeden Fall für die Werbung.
Die reinen Gründungskosten belaufen sich etwa auf Euro 50 - 100
(Formalitäten je nach Gemeinde).
Für die Werbung brauchen Sie deshalb Kapital, weil der neue Service mit
verschiedenen Methoden erst einmal bekannt gemacht werden muss.
Verzichten Sie am Anfang auf eigene Büros o.ä.. Agieren Sie statt dessen
von den gewohnten Räumlichkeiten aus. Es gilt, überflüssige Kosten zu
vermeiden und möglichst bescheiden anzufangen.
Finanzierung
Sollten Sie doch Fremdkapital benötigen, führt der Weg natürlich zunächst
einmal zu ihrer Hausbank. Dort kennt man Sie hoffentlich und kann ihre
Fähigkeiten ungefähr einschätzen. Der Kreditsachbearbeiter sollte Sie
auch auf besondere Hilfen für Unternehmensgründer aufmerksam machen
(ERP Fördermittel, KfW Darlehen). Sprechen Sie Ihn oder Sie darauf an.
Als Sicherheiten für Kredite sollten Sie Sachwert oder Ersparnisse
einsetzen (Wertpapiere, ev. Guthaben auf festverzinslichen Sparbriefen
etc.). Sie sollten jedoch immer berücksichtigen, dass Darlehen wie
vereinbart zurückgezahlt werden müssen. Dies kann grade am Anfang
einer selbständigen Tätigkeit, wenn kaum Aufträge zu verzeichnen sind,
sehr schwer fallen. Bei Agenturkonzepten ist daher Fremdkapital möglichst
zu vermeiden. Versuchen Sie, flexible Finanzierungen zu erhalten (z.B.
tilgungsfreie zwei Jahre bis es zur Abzahlung kommt).
Buchhaltung
Gewerbebetriebe müssen eine doppelte Buchhaltung vorweisen. Es gibt
jedoch Ausnahmen: Vertreter des sogenannten Kleingewerbes können
eine Einnahme - Überschuss - Rechnung führen. Sobald man aber dem
Kleingewerbe entwachsen ist, wird die doppelte Buchhaltung vom Gesetz
verlangt. Bei der Einordnung in die verschiedenen Kategorien können
Steuerbrater helfen.
Bezüglich der Buchhaltung gibt es heutzutage hervorragende Software,
die Selbständigen eine Menge Arbeit abnimmt. Informieren Sie sich über
die Programme, die zum Teil recht günstig zu haben sind. Wenn Sie von
ihren Künsten in Buchhaltung nicht überzeugt sind, eignet sich geeignete
Software, die in vielen Kaufhäusern zu erhalten ist. Das Programm bucht
anhand der Geschäftsvorfälle automatisch richtig und erstellt auch
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