Doch leider wurde das breite Spektrum der zweiten henochischen Schöpfungsperiode, das Liber Loagaeth, kaum berücksichtigt. Es gibt hier und da vereinzelte Idee, doch bin ich bei meinen Recherchen und Unternehmungen auf keine Arbeiten gestoßen, die sich tiefer mit dieser kosmischen Goldgrube auseinandergesetzt haben. Zugegeben, es war nicht einfach, doch das Ergebnis, die Möglichkeiten und die Erfahrungen, die ich durch die Arbeiten im und mit dem Liber Loagaeth gewinnen konnte, will ich wahrlich nicht missen.
Gleiches gilt auch für die henochische Sprache, die Buchstaben und die Möglichkeiten, die man hierdurch erhält. Dies habe ich sehr deutlich erleben dürfen, als ich „neue henochische Calls“ erschaffen habe, die sich auf gezielte Anrufungen beziehen. Doch auch in den verschiedenen Ritualen kristallisierte sich immer wieder heraus, dass die henochische Klangform – die Vokabel „Sprache“ ist hier im Grunde unpassend – eine wahre Macht und Dynamik besitzt, die ihres Gleichen sucht.
So will ich nun jedem, der den Weg zu diesem Werk gefunden hat, viel Spaß und Erfolg wünschen und gleichzeitig eine obligatorische Warnung mit auf den Weg geben, denn alle Arbeiten und beschriebenen Ausführungen werden stets auf eigene Gefahr ausgeführt werden! Das Problem mit der Magie ist nicht, ob sie funktioniert, sondern dass sie funktioniert! Daher muss sich jeder selbst prüfen, ob er wirklich für diese geistigen und energetischen Arbeiten bereit ist – gerade, wenn es um die Aethyre und das Liber Loagaeth geht!
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Henochische Planetenrituale
In der mystischen Heptarchie werden nur die Planeten Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus, Merkur und Mond berücksichtigt, da es hierbei um die sieben altbekannt bzw. klassischen Himmelskörper geht. Jeder dieser „magischen Planeten“ besitzt ein individuelles Banner der Schöpfung, welches man – wenn man so will – als eine Art Kurzwahltaste, ein Lamen, eine Informationssammlung, ein Talisman, ein Siegel oder Energiebrennglas deuten kann. Ferner spielt die Darstellung des „heiligen Tisches“ bzw. des „Tabula Sancta“ eine wichtige Rolle, wenn es um die Planetenenergie geht. Doch, für die praktischen Rituale muss man sich zum Glück keinen Tisch bauen. Sicher, wer will, Zeit und Muße hat, kann dies gerne bewerkstelligen, es wird sicherlich hilfreich sein. Doch es wird kein universeller Garant sein, dass die Rituale auch funktionieren. Wie immer sind alle materiellen Dinge in den Ritualen nur Hilfsmittel, es sind Krücken, die jedoch vollkommen wertlos sind, wenn nicht der Geist und das Energiesystem des Protagonisten fähig sind, das magische Ziel zu verstehen, zu erkennen und letztlich auch zu erreichen. Hieran kann auch der „Heilige Tisch“ (Tabula Sancta) nichts ändern, selbst wenn dieser als eine Art magisches Sprachrohr oder „Kontaktapparat“ gedeutet werden kann. Wie ich bereits im theoretischen Teil erwähnt habe, findet man in den aktuellen henochischen Büchern immer eine feste Anordnung, die sich auf den „Heiligen Tisch“ und auf die „Banner der Schöpfung“ beziehen. Diese Anordnung soll als eine Art „Wurmloch“ zu den Sphären der jeweiligen Planetenkräfte gesehen werden – also zu den Königen, den Prinzen, den Gouverneuren und den 42 Ministern. Nun, es ist schon beeindruckend, wenn man alles materiell vorbereitet, sich einen „heiligen Tisch“ baut, die Banner der Schöpfung in Metall graviert und unter jedem Tischbein ein Sigillum Dei Aemeth positioniert. Ganz zum Schluss nimmt man ein großes Sigillum Dei Aemeth, legt es in die Mitte des heiligen Tisches, stellt ein Divinationswerkzeug – primär eine Kristallkugel – auf das Sigillum Dei Aemeth und versucht durch die Kristallkugel Kontakt zu den Planetenenergien zu bekommen.
Nun, die Praxis zeigt, dass diese Methode wirklich funktionieren kann, selbst wenn man sich einen behelfsmäßigen „Heiligen Tisch“ erstellt (ein normaler, quadratischer Küchentisch, auf dem man die henochischen Buchstaben aufmalt oder auch ausdruckt und den Tisch beklebt) und hierauf ausgedruckte „Banner der Schöpfung“ legt. Es macht noch nicht mal einen Unterschied, ob man eine echte Bergkristallkugel oder „nur“ eine Glaskugel nimmt. Es funktioniert und es kommt auch zu einem energetischen Kontakt. Doch es funktioniert auch, wenn man die Könige, Prinzen, Gouverneure und Minister astral auf deren Ebene kontaktiert. Gleichzeitig zeigte die Praxis, dass es doch einfacher ist, in einem rituellen Rahmen einen energetischen Fokus zu erstellen und die jeweiligen Energien in einen gezogenen Kreis einzuladen.
Die folgenden Rituale sind so konzipiert, dass ein entsprechender energetischer Fokus im Kreis erschaffen wird und dass hierdurch die Könige, die Prinzen, die Gouverneure und die Minister eingeladen werden, wobei alle Wesen „gleichwertig“ gesehen werden und nicht nur der König mit Anfragen bombardiert werden wird. Die Praxis hat deutlich gezeigt, dass Aufgaben, die NICHT von einem der 42 Minister erfüllt werden können, sowieso an die nächste Instanz abgegeben werden, bis letztlich der König kommuniziert bzw. die Aufgabe annimmt oder ablehnt. Dennoch muss man ganz klar sagen, dass auch die Könige deutliche Grenzen haben.
Vor jedem Ritual werden noch einmal die theoretischen Hilfsmittel wie die Banner der Schöpfung, die Sigillen bzw. komplette Siegel abgebildet, sodass man ein „rituelles Sorglospaket“ erhält. Hierzu zählen natürlich auch wieder die jeweiligen Arbeitsmöglichkeiten bzw. die Korrespondenzen der jeweiligen planetaren Energien.
Doch bevor nun die Rituale abgedruckt werden, muss noch einmal geschaut werden, welche Namen bzw. welche Wesen man in den Kreis einladen will und mit welchen man agieren will. Wie schon im theoretischen Block erwähnt, sind die Könige, Prinzen und Gouverneure den Planeten und den Wochentagen zugeordnet. Hierbei erhält die Zuordnung der Wochentage eine höhere Wertung, als die Zuordnung der Planeten. Bei einem „Saturn-Ritual“ würde man aus der Sicht von John Dee, alle Wesen einladen, die dem „Samstag“ zugeordnet sind, auch wenn sie gleichzeitig anderen Planeten zugeordnet sind.
Erneut muss die Frage nach dem „Sinn“ gestellt werden. Sind die Wochentage wirklich höher anzusehen als die Planeten, beziehen sich die Planeten auf die Wochentage oder beziehen sich die Wochentage auf die Planeten? Natürlich beziehen sich die Tage auf die Planeten, da man hier mit den jeweiligen Göttern „zusammentreffen“ kann. Aus rein energetischer Sicht muss man natürlich erst einmal sagen, dass es mal wieder auf den Protagonisten selbst ankommt. Man muss schauen, wie das eigene Energiesystem gestrickt und wie die eigenen Kanäle schwingen. Man muss also seine eigene Einstellung bzw. seine Überzeugung reflektieren. In meinem Fall hat die Praxis ganz deutlich gezeigt, dass mein Energiesystem besser auf die Planetenzuordnung reagiert, da man hier nicht ein „Henne-Ei-Paradoxon“ hat. Die Planeten verkörpern die archetypischen Energien, die Tage geben günstige Zeitfenster an. Daher arbeite ich primär mit Planeteneinteilungen.
Nach diesem Prinzip sind auch die anderen Rituale konzipiert, wobei ich auch hier wieder jeden ermutigen will, selbst zu forschen, zu experimentieren und zu bestimmen. Da ich ein „rituelles Sorglospaket“ anbieten will, werde ich im jeweiligen Ritual die „anderen Namen“ – die sich also auf den Wochentag beziehen und aus der Sicht von John Dee die idealen Prinzipien darstellen – als Tabelle einfügen. Da die Rituale wieder wie Schablonen aufgebaut sind, ist es kein Problem, die Namen zu variieren. Nur bei den Sigillen der PRINZEN muss man achtgeben, da diese unterschiedlich sind, was bedeutet, dass auch die 42 Minister andere sind. Nur die Könige sind in beiden Ritualvarianten identisch.
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