Jeder Landstrich hat seine Eigenarten in der Sprache. Wenn jeder Mensch ausschließlich in seinem Dialekt sprechen würde, wäre die Verständigung zwischen Menschen aus dem Ruhrgebiet, dem „Ruhrpott“ und Menschen aus Köln, dem Schwabenland, Sachsen, Friesland oder Bayern unmöglich. Es gibt „umgangssprachliche“ Formulierungen, die man als „uneingeweihter“ nicht erkennen kann! Wenn man sich die „interessante“ Phonemik des „Ruhrpottdialekts“ ansieht und einen Satz bzw. eine Aufgabenbeschreibung in einem Wort zusammenfasst, wird es für außenstehende nicht einfach! Wenn man z. B. nur die Buchstabenkombination „TUMADATMÄEI“ lesen würde, würde man sicherlich nicht sofort erkennen, dass hier eine „liebevolle und gut gemeinte Aufforderung“ verborgen ist. Da man rudimentäre Vorstellungen der eigenen Muttersprache hat, wird man in dem Wort „Tumadatmäei“ vielleicht erkennen, dass die ersten beiden Buchstaben – „TU“ – eine Handlungsaufforderung ist. Auch das „MA“ in Verbindung mit dem „TU“ kann mit etwas „Ruhrpottkenntnis“ als eine Aufforderung verstanden werden, etwas freiwillig auszuführen. Doch würde wirklich jeder darauf kommen, dass mit „TU-MA-DAT-MÄ-EI“ die Aussage „Streichele doch einmal das Schaf“ gemeint ist? Ich glaube nicht!
Sicher, wenn man den „Ruhrpottdialekt“ kennt, wird man jetzt verstehen, dass „TU“ für „tun“, dass „MA“ für „mal“, dass „DAT“ für „das“, dass „MÄ“ für „Schaf“ und „EI“ für „streicheln“ steht. Doch es ist nicht selbstverständlich, dass man „MÄ“ mit einem Schaf und „EI“ mit streicheln assoziiert wird.
Genau so muss man sich aber nun die Namen der Erzengel und der Malachim in Erinnerung rufen. Schnell ist der Denkfehler vollbracht, dass hinter jedem „-el“ ein Engel steht, gerade dann, wenn man die Sprache nicht kann. Doch es würde niemand auf die Idee kommen, dass hinter den deutschen Wörtern „Bügel“, „Vogel“, „Spiel“, „Hotel“, „Nebel“, „Stachel“, „Apfel“ oder „Aschenputtel“ irgendwelche Engel strecken. Niemand würde in der deutschen Sprache auf die Idee kommen, dass „Aschen-putt-el“ in Wirklichkeit „Aschen / Schlag beim Golf / Gottes“ sei, oder? Auch „Blickwinkel“ wäre sicherlich nicht der „Sehende Gruß Gottes“! Was wäre aber, wenn man die Sprache und sogar die Buchstaben, die die Silben des Wortes bilden, nicht immer zu 100 % und in allen Belangen erkennen und verstehen kann? Nun, dann könnten sich auch „dumme Fehler“ einschleichen, die man selbst nicht findet, da einem der „richtige Blickwink-el“ fehlt! Daher kann ich mich nicht davon freisprechen, dass alle Übersetzungen zu 100 % richtig sind, auch wenn ich natürlich deutlich darauf geachtet habe, keine „dummen Fehler“ zu machen! Doch sag niemals „nie“!
In diesem Buch gibt es sehr viele praktische Anregungen via Ritual und via Ritus! Man soll sich jedoch stets selbst davon überzeugen, wie sinnig oder wie unsinnig die jeweiligen Arbeiten für einen selbst sind. Ich kann aus der Praxis berichten, dass für mich diese Arbeiten sehr sinnig sind und eine deutliche Wirkung auf mein Energiesystem besitzen. Doch was für mich gilt, gilt noch lange nicht für alle anderen. Viele werden ihre Probleme mit der henochischen Sprache – der Sprache der Engel – haben, da sie wirklich nicht einfach ist und man manchmal das Gefühl hat, als ob man permanent Autokennzeichen als „echte Wörter“ aussprechen muss. Doch die energetischen Erfolge der Rituale und der Riten sprechen sehr deutlich für diese „energetische Phonemik“!
Durch die praktische Magie und die rituelle Angelistik spaltet sich dieses Buch etwas von den übrigen Büchern. Wer also ausschließlich hier sanfte Meditationen erwartet, wird ENT-Täuscht werden. Wer sich jedoch nicht vor der rituellen Magie fürchtet und sich in diesem Gebiet zu Hause fühlt, wird eine immense Veränderungsmöglichkeit geboten bekommen, gerade mit der Prämisse, dass die abgedruckten Rituale nicht in Stein gemeißelt sind, sondern stets eine Einladung zur Transformation besitzen! Wer für sich meint, dass er meine Rituale umstrukturieren muss, der soll dies tun, denn einen besseren Weg wird man nicht finden!
Einige werden mit diesen Themen schon vertraut sein, andere begeben sich auf Neuland. Es ist egal, ob man tief in der magischen Szene lebt oder man noch ein junger Anfänger ist. Wenn man sich selbst entwickeln will und keine Angst davor hat, über den EIGENEN Tellerrand zu schauen, dann wird man mit diesem Buch arbeiten können. Alles andere wird sich zeigen! So soll es sein!
Dennoch sei HIER bereits erwähnt, dass alle Arbeiten und beschriebenen Ausführungen stets auf eigene Gefahr gemacht werden! Das Problem mit der Magie ist nicht, ob sie funktioniert, sondern dass sie funktioniert! Daher muss sich jeder selbst prüfen, ob er wirklich für diese geistigen und energetischen Arbeiten bereit ist!
Es ist erst einmal vollbracht, dass die bekanntesten Erzengel behandelt, übersetzt und verbildlicht wurden. Natürlich besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit und so mancher wird mit Recht sagen, dass sein persönlicher Engel nicht erwähnt wurde! Genau wird die Frage berechtigt sein, warum denn nicht der Engel „XYZ“ beleuchtet und erklärt wurde. Dies alles fällt in die Rubriken „kein Platz“, da unendlich viele Engel existieren. Es gibt – laut einer wilden mittelalterlichen Berechnung im 14. Jahrhundert einiger Kabbalisten – genau 300.655.722 Engel, wovon 133.306.668 Engel der Seite der Gefallenen angehören und somit noch gute 167.349.054 Engel übrig bleiben, die man benennen könnte. Würde ich das versuchen, müsste ich mit meinen weiteren Inkarnationen schon jetzt einen Vertrag aushandeln.
Ich kann jedem nur den Rat geben, dass er sich einfache Grundregeln erstellen soll, anhand derer man sich die Namen der Engel übersetzt und um Kontakt bittet. Es muss nicht zwangsläufig ein hebräisches Wort sein, es muss auch nicht immer eine reale Übersetzung des Namens sein. Das Einzige, was vorhanden sein sollte, ist ein persönlicher und somit absolut individueller Trigger, welcher über Klang und/oder Bild seinen Weg in das Energiesystem des Menschen findet, der um Kontakt bittet. Ich bin bei den „klassischen Namen“ geblieben und habe eine, in meinen Augen und nach meinen Fähigkeiten bewertete, sinnigere Übersetzung angefertigt. Ferner habe ich mir Sigillen, Symbolen und Siegeln „geben lassen“, die primär als individueller Trigger agieren und sekundär als universelle Wissensspeicher all denen dienen, die einen energetischen Kontakt mit den Engeln wünschen.
Man muss sich letztlich immer die Tatsache vor Augen halten, dass es sich bei den Energien, die man „Engel“ nennt, um universelle Kräfte handelt, welche dimensional ungebunden sind und somit immer und überall existieren. Der Mensch hingegen, mit seiner dimensionalen Begrenztheit, kann auf solche Energien nicht vollständig zugreifen. Der Mensch kann sich über verschiedene Relaisstationen, wie z. B. seine energetische Körper, sein höheres Selbst oder auch sein kosmisches Sein, Informationen in sein eigenes Energiesystem laden, welche so transformiert bzw. „heruntergebrochen“ werden, dass der menschliche Verstand eine Übersetzungsmatrix kreiert. Erst durch die Übersetzungsmatrix ist man fähig, das Spiel der Wiedererkennung zu spielen, d. h., erst nachdem der Mensch eine „Ahnung“ hat, um welche Energie es sich handelt, kann er mit einer effektiven Arbeit beginnen. Wenn ich mit einem Hammer einen Nagel in die Wand schlagen will, aber noch nie einen Nagel, einen Hammer oder auch eine Wand gesehen habe – weil ich z. B. als Einzeller irgendwo in der Natur existierte – werde ich weder einen Bezug zu diesen Werkzeugen aufbauen können, noch jemals erkunden können, was man noch alles mit diesen „Dingen“ anfangen kann – z. B. sich mit dem Hammer auf den Daumen schlagen!
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