Clemens Setz - Die Frequenzen

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Die Frequenzen: краткое содержание, описание и аннотация

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Walter und Alexander waren Freunde, als sie noch Kinder waren — nun kreuzen sich ihre Wege wieder
Dies ist die Geschichte von Walter, dem Sohn eines Architekten mit Einfluss. Er will Schauspieler werden — oder will es nur sein Vater? Walter bekommt seine Chance, als ihn Valerie, eine Psychotherapeutin, die bessere Tage gesehen hat, engagiert, um in Gruppensitzungen fiktive Patientenrollen zu spielen. Doch er geht zu sehr in seiner Rolle auf.
Dies ist die Gechichte von Alexander. Er ist Altenpfleger, ein junger Mann mit ausufernder Phantasie, die sich im Schatten einer einsamen Kindheit entwickelt hat. Alexander kündigt seinen Job, und er will seine Freundin loswerden, um mit Valerie zusammenzuleben. Doch die wird eines Tages brutal zusammengeschlagen…
Nach "Söhne und Planeten", seinem Debüt, das ihm einhelliges Lob der Kritik einbrachte, legt Clemens J. Setz ein Werk vor, das alle Erwartungen sprengt: atemberaubend kraftvoll, bunt, sprachgewaltig und zart.

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Eine allergische Reaktion vielleicht .

Nein, du hast nur links mit rechts verwechselt .

Passiert mir andauernd .

Sie taumelt gegen mich.

Ja, man sagt doch, links und rechts, bei Frauen —

Pass bloß auf, was du sagst, Macho .

Ein weiteres, kleines Taumeln. Nur ihre Hüfte, gedämpft von einer Handtasche.

Nein, das ist eine Tatsache, kein Macho-Gerede. Frauen verwechseln tatsächlich links und rechts. Das hat irgendwie mit dem Gehirn zu tun .

Du solltest hören, was du für einen Unsinn daherredest. Das hat wahrscheinlich auch mit dem Gehirn zu tun .

Ich stieß den Magnetschwebestift an, er zitterte vor sich hin. Dann ging ich durch die Wohnung, die auf eine niederschmetternde Weise still war, auf der Suche nach einem Wasserglas; nie stand eines in der Nähe, wenn man es brauchte. Der Küchenschrank war leer. Die drei Gläser, die ich besaß, waren ständig an unauffindbaren Orten in der Wohnung versteckt. Wenn sie bei mir war, trank Lydia nie zweimal aus demselben Glas.

Ich fand eines auf dem Klavier. Es stand, etwas schief, auf der Holzabdeckung, die zum Schutz über die Tasten geklappt war, und wartete darauf, dass man es wieder befüllte. Ich warf zwei Aspirintabletten hinein. Während sie sich zischend und schäumend dagegen wehrten, ließ ich das Rollo in meinem Zimmer herunter, bis auf eines. Die Sonne war bereits untergegangen, also würde ich nicht viel verpassen; der kleine Ausschnitt auf die Welt genügte. Irgendwann gingen die Leuchtreklamen auf den höheren Gebäuden und Baukränen an.

Als ich zu meinem Glas Schaumwasser zurückkehrte, war darin eine winzige Fliege ertrunken. Ich fischte sie mit dem kleinen Finger heraus. Warum war sie da überhaupt hineingeraten? War sie ausgerutscht? Spürte sie nicht, dass es darin giftig war? Acetylsalicylsäure. Dummes Vieh.

Bevor noch ein Tier darin verenden konnte, trank ich das Glas halb aus, mehr bekam ich nicht hinunter. Der seltsam steife und ungelenkige Geschmack von Aspirin, mehr wie die Vorstellung eines Geschmacks.

Ich blieb lange wach und saß am Fenster. Ein unsagbar angenehmes Geräusch mischte sich in meine Niedergeschlagenheit. Früher fuhren sie noch lautlos im Rückwärtsgang durch die Nacht, LKWs und größere Spezialfahrzeuge, und man rannte ihnen ahnungslos in den Weg, wurde angefahren oder kam unter die Räder. Heute jedoch ertönt dieses charakteristische Warnsignal, ein schwerfällig wiederholter Sinuston, bei jedem Zentimeter, den sie zurücklegen, und natürlich sind diese insistierenden und echolosen Warntöne längst zu einem Refrain unserer Zeit geworden: In den Nächten machen sie sogar den Turmuhren Konkurrenz, sie alarmieren und sie halten wach, laut und unnachgiebig, selbst wenn das Fahrzeug nur daran zu denken scheint, rückwärts zu fahren, und völlig still vor einem Lieferanteneingang oder einem mit Engeln verzierten Eisentor eines Friedhofs steht und darauf wartet, in Bewegung gesetzt zu werden.

Von meinem Fenster aus sah ich eines dieser Fahrzeuge, ein friedliches Monster, von einer albernen Firmenaufschrift verhöhnt wie ein seelenloser Formel-Eins-Pilot, und schlaflos wie ich.

Schon nach wenigen Minuten denke ich wieder an Valerie. Ich halte meinen halb erigierten, schmerzenden Penis mit der rechten Hand umklammert. Ich bewege die Hand nur ganz leicht auf und ab (die gestutzte Vorhaut über der Eichel zwinkert, obwohl sie seit der Operation viel zu kurz ist), gerade kräftig genug, dass man es noch Masturbation nennen kann.

Ich genieße den herrlichen Anblick einer Stadt, die langsam in Nacht und Schwärze übergeht. Die Menschen auf der Straße ziehen für eine Weile diese langen, majestätischen Abendschatten hinter sich her, welche mit dem Niedergang des Tages immer länger und imposanter werden, bis es unvermittelt dunkel wird — und die Schatten in die Unendlichkeit davonschießen, in jene seltsame Vorhölle des dreidimensionalen Raumes, in der sich nur noch parallele Geraden schneiden.

Etwas später zieht ein leichtes Gewitter über die Dächer.

Regen, ein wenig Lärm.

Blitze, wie plötzlich im Himmel freigelegte Nerven.

Von draußen dringen die üblichen Geräusche herein: eine Gruppe Arbeiter gegenüber belädt den LKW, dazwischen die Morsetänze des Regens, hie und da Betrunkene, die ihre Stimmen ausprobieren, ein Frauenlachen, dann später auch ein Hund. Der Regen wird schwächer und erstirbt. Vor mir, auf dem niedrigen Heizkörper unterhalb des Fensterbretts, steht das halbvolle Glas Wasser. Warmes, sauberes, luftbläschenreiches Wasser.

Anstelle eines Taschentuchs.

Regennasse, schmatzende Echos der Straßen, Getröpfel von Baumwipfeln, Menschenlaute, Autos, das weit entfernte Gejammer verfeindeter Katzengangs — alles harmlos, Spielarten derselben Ereignislosigkeit, fette, weiche, sich überwachsende Natur. Aber das metallische Piep-Piep-Piep des LKWs gegenüber — ich weiß, ich werde genau in dem Moment meinen Höhepunkt erreichen, wenn es zum letzten Mal ertönt und der letzte gellende Schrei in der Nachbarschaft verklingt. Das Geräusch kriecht meine Wirbelsäule entlang, es kitzelt mich, es erregt mich. Das Geräusch und Valeries Mund. Ihre Lippen, die zur Bildung des Lautes Mmh geschaffen worden sind (das minimale Aufeinanderdrücken beider Lippen, begleitet von einem zahm-knurrenden Tierlaut), dazu ihre etwas schief stehenden Schneidezähne, wie die Füße eines Mädchens, das verschämt zu Boden blickt. Mein Penis, dessen Spitze ich im letzten Moment gerade noch ins Wasser tauche, stößt dicke Spermawolken aus, üppige Trauben von Luftblasen, die aus den Öffnungsschlitzen einer Taucherbrille quellen. Ich stelle mir Valeries leicht angewiderten Blick vor, ein dehnbarer Spermafaden zwischen ihrer Unterlippe und meiner Eichel. Ich stöhne laut aus dem Fenster. Mit der rechten Hand ziehe ich mein Glied hoch, und Wasser tropft auf mein nacktes Knie. Danach schütte ich das Wasser mit dem Sperma in den Ausguss. Jeder andere hätte damit irgendetwas angestellt. Wozu sonst in ein Glas mit warmem Aspirinwasser abspritzen?

Unten auf der Straße stöckelt eine Frau vorbei. Ihre Schritte klingen wie doch, doch, doch …, und manchmal verschlucken sie sich: do-doch, doch, doch …

Spätnachts wurde ich von Lärm geweckt. Fallendes Glas, Scherben. Ich torkelte aus dem Schlaf zurück in die Wirklichkeit eines kühlen Schlafzimmers. Ich hatte die Balkontür offen gelassen, und schwere, kalte Spätsommerluft, die man angenehm an den Füßen spürte, hatte sich in der ganzen Wohnung ausgebreitet.

Im Badezimmer glitzerte es überall.

Der Spiegel war von der Wand gefallen und hatte sich in tausend blinkende Puzzlestücke verwandelt. Ich zog meine Straßenschuhe an und machte mich ans Aufräumen, zwei wabbelige Gummihandschuhe an den Händen. Während ich die größeren Scherben, die ich vielleicht wieder zusammenkleben konnte, von den feinen Splittern trennte, kam das Traumbild, das ich abrupt hinter mir gelassen hatte, wieder zurück: Tweety, der ballonköpfige gelbe Singvogel aus den Zeichentrickfilmen — Ich glaub, da war doch eben noch ne Miezekatze — , saß auf einem Hochhaus. Ich zielte mit einem Gewehr auf seinen großen, dummen Kopf. Aber hatte ich auch abgedrückt, im Traum? Ich konnte mich nicht mehr erinnern. Jetzt, mit der träge vor sich her stolpernden Vorstellungskraft, die mir nun zur Verfügung stand, holte ich diesen Gedanken nach. Der Vogelkopf zerplatzte zu rotem Matsch, und das Hochhaus stand wieder ruhig und verlassen da.

Die großen Scherben landeten fürs erste im Waschbecken. Von den kleineren Stücken bis zum feinen Glasstaub, den man für gewöhnlich verhassten Menschen ins Essen mischt, kehrte ich alles mit einem Besen zusammen und leerte es in den Müllkorb, wo es zwischen Eierschalen und Milchpackungen feindselig zu Boden rieselte. Anschließend wechselte ich die Handschuhe, da bereits Splitter in der dünnen Gummihaut steckten.

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